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erstellt: 13.11.2000 aktualisiert: 14.11.2000
Spachtelmassen zur Geländemodellierung gehören zur Grundausstattung nahezu jeden Modellbahners. Hier findet ihr einige Infos zu den verschiedenen Materialien.
Gips
Modellgips, andere Sorten sind für unsere Zwecke ungeeignet, ist im Baumarkt erhältlich. Hergestellt wird er durch Brennen von natürlichen oder synthetischen Ausgangsmaterialien (CaSO4 * 2 H2O) bei ca. 120 bis 130°C. Dabei verliert der Gips dreiviertel seines Wassers. Diese wasserarme Form kristallisiert, wenn man sie mit Wasser anrührt, erneut als Dihydrat (*2 H2O) aus. Diese Kristalle verzahnen sich ineinander und der Gips verfestigt sich. Dies geschieht innerhalb weniger Minuten. Die Topfzeit ist sehr kurz (ca. 5 Minuten). Rührt man die Masse zu lange, können sich die gebildeten Kristalle nur unzureichend miteinander verbinden, so dass die richtige Aushärtung verhindert wird ("totgerührter Gips"). Aus dem gleichen Grund kann man Gips, der sich bereits verfestigt, nicht nochmal mit Wasser verdünnen.
In einem Gummibecher wird das Wasser vorgelegt und man fügt den Gips hinzu. Nach kurzem "Sumpfen" rührt man die Masse durch und bringt das Material mit einem Spachtel auf. Eine Einfärbung der Spachtelmasse mit wenig Abtönfarbe ist möglich, aber man sollte außerhalb der Anlage das Aushärten überprüfen. Hier kann es schon einmal Probleme geben. Saugende Untergründe sind mit der Blumenspritze unbedingt vorzuwässern, damit dem Gips nicht das Wasser entzogen wird. Etwas dünner angerührt eignet sich Gips auch zum Formenguß.
Nach dem Abbinden befindet sich im Gips noch viel Wasser, das erst langsam verdunstet. In diesem Zustand kann man mit Stechbeiteln und Schnitzwerkzeug hervorragend Felsstrukturen u.ä. herausarbeiten. Dieser Zustand kann durch Abdecken mit feuchten Tüchern verlängert werden. Zum Schleifen sollte der Gips vollständig durchgetrocknet sein, sonst verklebt jedes Schleifpapier bereits nach kurzer Zeit.
Die Farbgebung kann natürlich deckend erfolgen. Hierzu können Abtönfarben oder Acrylfarben verwendet werden. In der Regel erhält man jedoch bei lasierendem Auftrag von stark verdünnten Farben auf Wasserbasis die besseren Ergebnisse.
Füllspachtel
Durch Zusatz von Wasserrückhaltemitteln und Abbinderegulatoren (z.B. Methylcellulose) zu dem Gips kann die Topfzeit dieser Spachtelmasse deutlich verlängert werden. Die Verarbeitung erfolgt analog dem Gips, allerdings ist hier das schnelle Arbeiten nicht mehr erforderlich. Die genauen Mischungsverhältnisse können von Hersteller zu Hersteller variieren. Angaben hierzu findet man auf der Verpackung. Die Zusätze verändern jedoch auch die Eigenschaften des ausgehärteten Materials. Es ist nicht so gut spanabhebend zu bearbeiten und die Porenstruktur ist weniger stark ausgeprägt, so dass eine lasierende Einfärbung nur sehr eingeschränkt möglich ist. Das Gewicht ist vergleichbar zu Gips.
Auf der Modellbahn läßt es sich vielfältig zur Modellierung der Geländehaut einsetzen. Als Untergrund ist besonders die Kombination aus Gipsbinden und Fliegengitter aber auch viele andere geeignet. Bei Holz und anderen feuchtigkeitsempfindlichen Stoffen ist allerdings Vorsicht geboten. Füllspachtel kann in der Regel mit handelsüblichen Abtönfarben eingefärbt werden. Auch hier sollte man sicherheitshalber die Aushärtung außerhalb der Anlage erst überprüfen. Da die Topfzeit relativ lang ist, kann man auch größere Flächen wie aus einem Guß modellieren. Für Partien, die anschließend graviert oder spanabhebend bearbeitet werden sollen, ist Modellgips die bessere Variante.
Modelliermassen für die Modellbahn
Hier mag mir die Modellbahnzubehörindustrie verzeihen, aber gefärbter Füllspachtel oder Gips in dünner Schicht tun's auch und sind zudem noch billiger.
Porcellin
Von mehreren Herstellern aus der "Bastelbranche" werden Gießmassen zum Formenguß angeboten. Sie können sehr dünn angerührt werden und binden zu sehr harten Modellen ab. Die Eigenschaften sind von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Die Palette reicht von gipsähnlich bis porzellanhart. Dieses Material ist hervorragend zum Ausgießen von Silikonformen geeignet.
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