Hier findet Ihr eine Sammlung von Tipps, Tricks, Materialien, Bauanleitungen u.s.w. rund um die Moba. Ich denke, hier ist für jeden ist hier was dabei.

Um die Auswahl etwas leichter zu machen, könnt ihr Euch auch nur auf die Untergruppen beschränken:

 Alle    Materialien und Techniken    Vegetation    Digitales    Gebäudebau    FallerCar System    Dies und Das 

 (Weitere Beiträge sind noch auf meinen alten Seiten unter Materialien und Baubeschreibungen zu finden.)


 

Einsatz mit Action

Veröffentlicht von Helmut (helmut) am 24.05.2009
Tipps & Co >> Materialien und Techniken

Zur Gestaltung einer kleinen Unfallszene habe ich mich erstmals an die Beleuchtung von N-Autos herangewagt. Die Lichtspielereien einer solchen Szene sollten reichlich Möglichkeiten bieten, die Blicke eines Betrachters auch aus größerer Entfernung auf sich zu ziehen und auf weitere Details in ihrer Umgebung zu lenken.

Als Beispiel beschreibe ich hier den Einbau einer Beleuchtung in einen Ford Transit des DRK.

 

das Objekt der Begierde :-), schaun mer mal, was draus wird.

 

Das Modell der Firma Rietze sollte etwas getunt werden: eine Front- und Rückbeleuchtung wurde dazu eingebaut und auf dem Dach fand ein Blaulichtbalken seinen Platz. Zwei moderne Doppelblitzer zieren inzwischen den Kühler.

 

Ein Tipp zum Anbringen der Anschlussdrähte

SMD-LEDs sind recht unhandlich, man bekommt sie irgendwie nie richtig zu packen. Ich klebe daher auf meinen Arbeitstisch ein Stück doppelseitiges Klebeband, auf das ich dann die LEDs anhefte, so dass die Lötseite nach oben zeigt. Anschließend bekommt jede Anschlussstelle der LED etwas Löthonig mit einem Zahnstocher appliziert und wird kurz mit der verzinnten Lötkolbenspitze erwärmt. Dies führt schon zu einer guten Verzinnung der Kontakte. Die Kupferlackdrähte werden ebenfalls vorher am heißen Lötkolben verzinnt. Dabei sollte der Draht im Zinn regelrecht baden, damit die Wärmeübertragung ausreichend für eine Verzinnung ist (ein Fehler, den ich als "sparsamer" Mensch bisher immer gemacht habe). Dann halte ich das verzinnte Drahtende auf den LED-Kontakt, Lötkolben kurz dran und fertig. Fertig verdrahtet gekaufte LEDs sind nicht immer so stabil.

 

Blaulichtbalken

Feine, schlanke Leuchtdioden gibt es leider nicht. Wenn der Durchmesser für die Dachblaulichter stimmt, dann schaut nur ein winziges etwas heraus, wenn die Höhe stimmt, dass wirkt es klobig. Ich habe mich daher für einen Blaulichtbalken entschieden, zumal ich die Silikonform schon für einen Polizeiwagen erstellt hatte.

Von einem Wiking-Polizeiwagen habe ich den Blaulichtbalken abmontiert, in einer Kunststoffschale aufgeklebt und mit Silikon abgeformt.

 

 

Zwei SMD-LEDs (blau, 0603) wurden, wie oben beschrieben, bedrahtet und die Drahtenden um einen Holzstab gewickelt. Anschließend habe ich die LEDs so positioniert, dass ihre Leuchtflächen nach außen zeigten und sie den richtigen Abstand hatten. Die Silikonform wurde mit einem schnell abbindenden Epoxidharz gefüllt und die "LEDs am Spieß" wurden in das Harz eingetaucht und bis zum Erhärten fixiert.

 

Nach dem Entformen und Entgraten wird der Rohling mit blauem Klarlack eingefärbt. Sobald diese Schicht trocken ist, kann dann das Mittelstück des Balkens mit einer deckenden Farbe bearbeitet werden.

 

 

Frontscheinwerfer

Die Frontscheinwerfer wurden nach einem Tipp vom Ledzauberer eingebaut. Dazu habe ich in das Plastikgehäuse passende Löcher für die LEDs (sunny white, wieder 0603) eingearbeitet. Da die meisten Kunststoffe nicht ganz lichtundurchlässig sind, wurde der Innenbereich eingeschwärzt und die LEDs dann von innen eingeklebt. Die LEDs erhielten dann auch einen schwarzen Farbüberzug, da ich ja keine Innenraumbeleuchtung machen wollte.

 

Damit meine nicht ganz saubere Arbeitsweise beim Ausarbeiten der Löcher nicht so auffällt, habe ich zum Schluss noch etwas Epoxidgießharz im Scheinwerferbereich verteilt, sozusagen als Glasscheibe.

 

Rückleuchten und Doppelblitzer

In diesen beiden Fällen erschien mit der direkte Einbau von LEDs zu schwierig. Die Rückleuchten befinden sich genau in einer Fahrzeugecke (man kann nicht hinter diese Fläche kleben), die Doppelblitzer sollten relativ klein sein, damit sie bei dem kleinen Kühlergrill nicht als zu massig auffallen. Ich habe mich daher für Kunststofflichtleiter entschieden, die es z.B. bei C* mit 0,5, 0,75 und 1 mm Durchmesser recht günstig gibt. Für meine kurzen Strecken reichte die Qualität vollkommen aus. Für die Rückleuchten habe 0,75 mm und für die Doppelblitzer 0,5 mm genommen. Als Lichtquelle für die Rückleuchten diente eine normale 3 mm LED (rot). Mit einem 0.8 mm Bohrer habe ich oben vorsichtig 2 ca. 1 mm tiefe Löcher gebohrt (Vorsicht, nicht zu tief bohren), in denen die Lichtleiter mit Sekundenkleber eingeklebt wurden. Die Lichtleiter kommen dann V-förmig aus der LED heraus, je steiler um so besser. Für die Doppelblitzer habe ich 1,8 mm LEDs genommen, in die ich allerdings nur ein Loch erfolgreich bohren konnte. Daher kamen hier zwei LEDs zum Einsatz. Das Prinzip ist sonst aber das Gleiche.

 

Die LEDs wurden mehrfach mit einem schwarzen Farbüberzug versehen, bis kein Licht mehr durchdrang. Das Ganze sah dann so aus:

 

 

An den entsprechenden Stellen wurden in die Karosserie des Fahrzeuges Löcher von 0,6 bzw. 0,8 mm gebohrt, die Lichtleiter durchgeführt und mit etwas Sekundenklebergel fixiert.

 

Die überstehenden Stücke habe ich mit einem scharfen Messer einfach abgeschnitten und die Enden mit etwas farbigem Klarlack getönt.

 

Blinkschaltung

Am Anfang des Projekts wollte ich die diversen Blinklichter der Unfallszene mit mehreren Logikschaltungen aufbauen. Während des Baus bin ich jedoch auf eine für mich neue, aber sehr interessante Variante gestoßen: PIC-Microcontroller. Mit einem Baustein für 2.50€ konnte ich 4 Wechselblinker, 2 Doppelblitze und ein Warnblinklicht realisieren und bin noch nicht an die Leistungsgrenze dieses Bausteins gestoßen. Allerdings muss man ihn mit einem Assemblerprogramm (Hochsprachen gehen wohl auch) füttern, damit der Bursche weiß, was er machen soll. Die Beschreibung des Programms hier würde m.E. den Rahmen sprengen, zumal es halt bei mir noch die ersten Schritte mit dieser Technik sind. Wer sich aber dafür interessiert, kann mich anmailen und erhält von mir gerne weitere Infos und die ASM-Datei.

 

Zum Schluss die Frontansicht des RTW im Filmchen. Damit die Komprimierung von Myvideo die Doppelblitzer sauber verarbeiten konnte, mußte ich die Blinkgeschwindigkeit etwas heruntersetzen. Die Realität läuft auf meiner Moba schon schneller ab. Es ist aber schon toll, was man im Programm mal eben machen kann, bei einer Hardwareschaltung hätte ich jetzt Kondensatoren und Widerstände ändern müssen.

 


RTW in Spur N - MyVideo
 
Kritik (kann ja auch positiv sein) und Kommentare sind durchaus erwünscht :-).

Zuletzt geändert am: 24.05.2009 um 12:02

Zurück