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Lokumbau - Teil 2

Veröffentlicht von N-Wolfgang (n-wolfgang) am 26.01.2008
Tipps & Co >> Materialien und Techniken

6.0. Vorderer Rahmen

6.1. Rahmen anfertigen

Wie beim Original muss der Rahmen nach vorne verlängert werden. Nachdem beim ersten Umbau der Versuch, den Rahmen am abnehmbaren Gehäuse zu fixieren (um den vorderen Umlauf und Laternen der BR57 verwenden zu können), nicht so ganz das Gelbe vom Ei war, musste ich andere Wege suchen.

Erster Anlauf war, diese Baugruppe aus einzelnen ABS-Streifen zusammen zu setzen. Das war aber ein glatter Schuss in den Ofen, weil die erforderliche Präzision auf diese Weise einfach nicht herzustellen ist. Damit der Rahmen vorbildgerecht wuchtig wirken kann, muss die Vorlaufachse sehr genau gefasst werden. Und da man die hierfür erforderlichen Abmessungen mit normalen Messmitteln praktisch nicht erfassen kann, wird es ein end- und fruchtloses herumprobieren.

Vielleicht habe ich mich aber auch nur zu dusselig angestellt. Zumindest in Spur HO geht sowas, wie dieser Link zeigt: http://www.bf-vln.de/projekte/56.2-8/index.php

Wie dem auch sei, Knackpunkt des Problems ist die Anlenkung der Vorlaufachse in der Deichsel, durch die die geometrischen Verhältnisse an dieser Stelle sehr kompliziert werden. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, die Vorlaufachse in den vorderen Rahmen zu integrieren. Sie ist dann nur noch seitenverschieblich und nicht mehr schwenkbar. Was soll's ? Ich habe nirgends einen R1 eingeplant.

Den Rahmen selbst besteht aus ABS und wurde aus dem Vollen gefräst. Bei einer Spantiefe von 0,1 mm pro Durchgang fielen sehr viele feine Späne an, die ich gerne an einen MoBa-Kollegen als Modellschnee weitergegeben hätte. Das hat sich allerdings mit einem Niesanfall erledigt, und wie man auf einigen Bildern sieht, kämpfe ich immer noch gegen allgegenwärtige weiße Fitzel ...

Der Rahmen wurde Stück für Stück am Chassis der Japanlok und dem Piko-Gehäuse angepasst. Nach Fertigstellung habe ich ihn vermessen und für die Nachwelt aufgezeichnet. Bei all diesen Arbeiten war die präzise Befestigung des Gehäuses eine absolute Grundvoraussetzung.

So ganz allmählich beginnt die ganze Sache doch Ähnlichkeit mit einer Lokomotive zu bekommen. Sehr motivierend sind dabei immer wieder Stellproben. Hier die Stellprobe in diesem Stadium, mit bereits befestigter neuer Pufferbohle, Umlauf und Lampen sind lose aufgelegt und der Tender herangeschoben:

 

 

6.2. Pufferbohle und Umlauf

Beide Teile sind im oberen Bild zu sehen.

Die Pufferbohle wird aus einem ABS-Streifen mit den Abmessungen 1,4 x 3,0 x 13,6 mm gefertigt. An ihrer Oberkante erhält sie eine Anfräsung von ca. 0,8 mm Breite und ca. 1 mm Tiefe zur Aufnahme des Lichtleiters. Die Bohrungen für die Puffer und Bremsschläuche werden gleich eingebracht.

Der Umlauf besteht aus 0,5 mm ABS. An der Rückseite hat er eine Aussparung, in die der Rauchkammerträger des Piko-Gehäuses hineinragt und die beiden Teile zueinander positioniert. An den hinteren Ecken werden auch die senkrechten Streben zum hinteren Umlauf, die ja am Gehäuse nicht mehr vorhanden sind, angebracht. Hierfür habe ich schon mal die beiden Ecken entsprechend vorbereitet, indem ich sie quadratisch mit ca. 0,5 mm ausgespart habe.

Die Breite des vorderen Umlaufs wird an den oberen Umlauf des Gehäuses angepasst, und die Länge wird so gewählt, dass der Umlauf einen kleinen Tick über die Pufferbohle hinaus steht.

Ca. 1 mm von der Vorderkante des Umlaufs entfernt (Ausmessen & anpassen), mit 11 mm Abstand zueinander und damit genau über den Puffern werden zwei Bohrungen mit Durchmesser 0,7 mm für die Lichtleiter angebracht.

6.3. Beleuchtung

Ein Kapitel der besonderen Art ist der Lichtleiter. Es gibt zwar bei C* Lichtleitermaterial, aber irgendwie wollte ich keine Mini-Bestellung loslassen und mir statt dessen in den Kopf gesetzt, die Lichtleiter aus einer Gitarrensaite (hohes E) zu machen.

Der Lichtleiter hat die Form eines Winkels mit hochgebogenen Enden. Um die Saite entsprechend zu biegen, habe ich es erst einige Stunden mit Erhitzen über dem Lötkolben versucht. Die Temperaturspanne zwischen weich werden und verschmurgeln ist jedoch schnell durchschritten, und so wurde das alles nichts.

Ich sah mich schon ein entsprechendes Teil aus Plexiglas fräsen, bis ich feststellte, dass sich die Saite recht einfach und ohne Temperatur knicken lässt (Ellabätsch! Darauf muss man erstmal kommen...). Klar, sie federt zurück, aber für unsere Zwecke langt's. Das Knicken beeinträchtigt auch die Lichtleiteigenschaften nicht. Hier mal der Testaufbau, mit einer LED Taschenlampe als Lichtquelle. Die Enden des Lichtleiters in den Laternen sind ca. 45° schräg abgeknipst - mit der abgeknipsten Fläche nach hinten.

Wie gesagt, das Nylon der Gitarrensaite federt schon beim Knicken heftig zurück und versucht aber, sich kriechenderweise sowie heimlich, still und leise innerhalb einiger Minuten wieder gerade zu stellen. Dies wird unterbunden und ein für alle Mal Ruhe geschaffen, indem der komplette Lichtleiter abschnittsweise mit Sekundenkleber unter den Umlauf geklebt wird.

Danach wird dann das Rahmenfrästeil wieder an die Lok angebracht. Der wird Umlauf hinten am Rauchkammerträger ausgerichtet und vorne so mit der Pufferbohle verklebt, dass die Lichtleiter in der vorgesehenen Nut der Pufferbohle zu liegen kommen. Dann wird noch der Umlauf an den Längsseiten mit dem Rahmen verklebt und das Gefitzel hätte schon mal ein Ende. 

Ich hab mich dann so drüber gefreut, dass ich zur Belohnung gleich auch die Lampen und die restliche Ausrüstung der Pufferbohle angebracht habe.

Die LED kommt dann in die Aussparung des senkrechten Teils des Rahmens. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dann irgendwo noch Licht austreten kann - das bleibt aber spannend. Und weil der Rohbau noch etwas komisch aussieht, habe ich auch gleich die Seiten, die schon fertig sind, gestrichen:

Ahaaah! Jetzt kommen die Seiten des Rahmens dran. Hier ist noch nachzurüsten:

- Abdeckung der Radläufe
- Schienenräumer
- Versteifungsblech zwischen Pufferbohle und Längsträger

Diese Teile werden nach dem gleichen Verfahren wie die oben beschriebene Deichsel für den Vorlaufradsatz aus 0,2 mm Messing hergestellt. Die Blechstreifen für die Radlaufabdeckung sind ca. 1 mm breit. Sie werden vorgebogen, indem man sie stramm um einen 6 mm Bohrer legt und danach auf Länge gebracht. Alle Teile werden mit dickflüssigem Sekundenkleber befestigt, was dann so aussieht:

Danach werden auch die Seiten des Rahmens rot gestrichen. Der vordere Rahmen ist damit (Ufffffff!) fertig und kann in die Lok eingebaut werden. Dazu werden die Anlageflächen am Lokrahmen (NICHT am Gehäuse) mit Stabilit Express eingestrichen und das Bauteil dann bei montiertem Gehäuse an seinen Platz geschoben und ausgerichtet (Rauchkammerträger in die Aussparung am Umlauf).

Während die Klebung abbindet, kann man auch die senkrechten Verbindungsstreben zwischen oberen und unterem Umlauf anbringen. Ich habe hier möglichst schmale 0,5 mm ABS Streifchen geschnitten, sie am oberen Umlauf angelegt und dann senkrecht nach unten in den ausgesparten Ecken des unteren Umlaufs geführt und dort mit Sekundenkleber fixiert. Sobald dieser abgebunden hat, kann man die nach unten überstehenden Enden abknipsen und die Streben lackieren.

Zum Abschluss wurde die Vorlaufachse eingelegt, auf Gängigkeit (Drehen und Seitenverschiebung) geprüft und dann mit einen Sück Messingblech gesichert. Das Blech wurde nur im hinteren Teil geklebt, damit man's notfalls wieder aufbiegen kann.

Und jetzt aber eiligst die Lok auf's Gleis gestellt, den Tender herangeschoben und das Werk betrachtet. Ich muss ehrlich zugeben - mit Wohlgefallen! Meine Güte - das ist mein Erstlingswerk, das soll  i c h  gewesen sein?

 

7.0. Unterm Umlauf und Führerhaus

Als nächstes wird der Spalt zwischen Oberkante der Zylinder und Umlauf gechlossen. Ich habe dazu schmale Streifen aus Messingblech (0,2 mm) geschnitten, entsprechend gebogen und mit Sekundenkleber aufgeklebt.

Ein entsprechend dickes Stück ABS wäre vielleicht auch gegangen, aber das Messingblech hat eine bessere Obefläche als eine - womöglich schiefe - Schnittkante.

Das Chassis der Lok ist wesentlich schmaler als das Führerhaus. Dies wurde mit 0,5 mm ABS Streifen ausgeglichen, die rechts und links vom Motorsockel am Chassis festgeklebt wurden.  

Unter dem Führerhaus sieht die Lok noch reichlich nackt aus. Die Original Photos und auch die Zeichnung der BR 55 zeigt hier einen weitgehend gerade durchlaufenden Rahmen mit zwei rechtwinkligen Durchbrüchen. Auf der Heizerseite ist in diesem Bereich noch ein großer Bremszylinder angeordnet, der einen nach hinten laufenden Hebel betätigt. Knapp hinter der hinteren Achse des Hebels ist dann die Lok zu Ende. Bei der BR 55 läuft die Rahmenkante schräg nach oben weg und geht dann in die Waagerechte über. Bei der BR 56.2-8 sind die letzten 720 mm abgeschnitten, so dass der Rahmen nach einer kurzen Schräge senkrecht endet.

Das Führerhaus der BR 55 ruht mit einer Vorderkante auf einem dreieckigen Träger, der beim Umbau zur 56.2-8 erhalten wurde und nun 4,5 mm hinter der Vorderkante des Führerhauses liegt. All diese Merkmal wollte ich nachbilden und bin dabei wie folgt vorgegangen:

Die Rahmenteile wurden mit einem 1 mm Fingerfräser aus 0,2 mm Phosphorbronzeblech (Messing hätte es auch getan, aber ich hatte ein ausreichend großes Stück mehr) ausgefräst, und zwar Ober- und Unterkante sowie die rechteckigen Ausschnitte.

Übung macht den Meister ... Die Rohteile wurden dann nach und nach an die Lok angepasst.

Die im Bild linke Kante des Rahmens liegt hinter dem Rad, der rechteckige Ausschnitt wird also teilweise vom Rad verdeckt. Die rechte Kante endet ca. 0,5 mm unterhalb der Führerhausendes, damit noch ein abschließender Querträger angebracht werden kann. Der im Bild sichtbare Bremszylinder ist ein Messing-Drehteil.

Vor dem Anbau der Rahmenteile an die Lok wurde noch die Bremsanlage komplettiert.

Der Hebel besteht aus 0,5 mm ABS, die schwarzen Drähte haben 0,3 mm Durchmesser. Die Fummelei, dieses Gefitzel zu montieren, ist unbeschreiblich, aber auch das Gefühl, wenn's endlich passt. Danach werden die Rahmenteile an die Lok geklebt. Das Bild zeigt den fertigen Einbau - noch unlackiert:

Ein bisschen mehr ist dazu aber noch zu sagen. Dafür noch ein Bild aus anderer Perspektive: 

 

Wie man sehr schön sehen kann, liegen die Rahmenteile hinter den Rädern. Man kann davon ausgehen, dass sie im Betrieb Kontakt mit den Rädern kriegen. Daraus ergibt sich für den Rahmen mit Bremszylinder noch ein Knackpunkt. Die komplette Bodenplatte des Führerhauses gehört jedoch zum unteren Teil des Lokchassis. Der obere Teil des Chassis bildet noch eine Hälfte des Drehzapfens und endet dann senkrecht. Der Rahmen Brenszylinder befindet sich somit weitgehend auf elektrisch feindlichem Gebiet.

Er wurde daher mit einem schmalen Luftspalt zu allen anderen Metallteilen unteren Lokchassis montiert. Damit man das Chassis zerstörungsfrei demotieren kann, ist der links vom Bremsylinder schwach erkennbare Führerhausträger stumpf auf den Rahmen geklebt. Der rechts erkennbare Abschlussträger besteht aus ABS, damit er keine Kurzschlüsse verursachen kann.

Aus anderer Perspektive sieht das hintere Ende der Lok jetzt so aus:

Auf dem Bild erkennt man auch den Führerhausboden. Der hintere Rahmen wurde aus drei Teilen zusammengesetzt, die Stoßfugen zwischen den Teilen wurden später noch geglättet. 

Die Lok ist damit, was die Detaillierung betrifft, weitgehend fertig. Einige Rohre unter dem Führerhaus fehlen noch, aber für die wäre es jetzt noch etwas früh. Zur Feier dieses Augenblicks wieder eine Stellprobe - diesmal mit Fleischmann's Baureihe 55 als Kollegen:

 

8.0. Tender

8.1. Deichsel anpassen

Die Original-Deichsel des Kato-Tenders ist ein recht ungefüges Teil, das ziemlich lang ist - also einen zu großen Lok-Tender-Abstand erzeugt, und dessen lokomotivseitiges Auge zu klein für den Drehzapfen an der Lok ist. Also mit einem Wort: Das Ding passt vorne und hinten nicht und wurde deshalb ersetzt.

Ich habe dazu einen Federdraht genommen (Übrig geblieben aus einem Viessmann-Signalbausatz). Bei einiger Beharrlichkeit lässt er sich ganz gut in die benötigte Form biegen. Da die beiden Hälften des Drehzapfens in der Lok verschieden gepolt sind, habe ich über das vordere Ende der Deichsel ein Stück Isolierung aus einem Kabel gezogen.  

Der Tender ist nur lose, aber im normalen Betrieb unverlierbar gekuppelt. Er muss nach unten geschwenkt und dann nach vorne abgezogen werden.  

Als Lok-Tender-Abstand habe ich "So-eng-wie's-geht" gewählt. Man kann auf dem oberen Foto schon erahnen, dass die vorspringenden Kanten des dreiteiligen Endträgers der Lok hier stören. Also wurden sie per Diamantschleifer bereinigt. Ansonsten bilden die Vorderkante des Tenders und Hinterkante der Lok zwei konkave Bögen, die eine gewisse Kurvenbeweglichkeit zulassen, dabei jedoch kaum einen optischen Spalt zwischen Lok und Tender bilden.

Ob das auch in der Praxis so klappt, musste jetzt erst in einigen Stellproben geprüft werden. Das Bild zeigt die Lok auf einem Fleischmann R4. Geht problemlos. Als Steigerung konnte ich noch einen Minitrix R1 ausprobieren, und da klappt's nicht mehr. Knackpunkt dabei ist aber nicht die Lok-Tender-Kupplung, sondern die Verschiebbarkeit der Vorlaufachse. 

Damit gibt's an der Lok-Tender-Kupplung nix mehr zu meckern, und man kann sich dem Innenleben des Tenders widmen.

 

8.2. Ballastklotz abfräsen

Der Tender bietet - da ohne Motor - viel Platz für einen Decodereinbau, auch gerne mit Sound. Für den Sounddecoder kneift aber der in das Fahrwerk eingelegte Ballastklotz an einer Stelle doch etwas. Diese wurde ohne viel Feingefühl abgefräst. 

 

8.3. Weitere Arbeiten am Tender

Am Tendergehäuse wird das kreisrunde Loch vorne nach unten geöffnet, damit man nicht alle Kabel durchfädeln muss. Außerdem wird der Kunststoff unter der Kohleimitation etwas dünner gefräst, damit später der Lautsprecher ausreichend Platz hat. Dabei habe ich es etwas zu gut gemeint und bin mit dem Fräser nach außen gekommen. Die Stelle düfte zwar kein Mensch wirklich wahrnehmen, aber wenn man weiß, dass die da ist, ärgert's einen halt.

Ich habe daher nach Abschluss aller anderen Arbeiten hier nach Abhilfe gesucht. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Kohleimitation bei der Kato-Lok eher nach einem warzigen Kröten-Rücken aussieht als nach einem Haufen Kohlen. Also habe ich die Kohle ganz entfernt.

Dann die Elektronik im Tender mit einem Stück Alufolie abgedeckt und mit Stabilit Express aufgefüllt. Dann in den noch feuchten Kleber echte Kohle einstreuen. Im Vergleich zum Originalzustand (vorne) sieht das doch schon mal recht zufriedenstellend aus.

Wenn der Kleber abgebunden hat, die überschüssige Kohle abschütteln und die Alu-Folie im Tender auf Maß bringen.

Die Kohle stammt aus dem Bansen Meiningen. Für die Lok habe ich ein kleines Bröckchen in einen Plastikbeutel getan und mit einem Hammer klein gebröselt. Bei dieser Bauart hat man einen Nachteil: Der Lautsprecher wird durch die Alufolie und Stabilit sehr genau eingefasst. Es wird recht schwierig, das Gehäuse aufzusetzen und zu schließen. Man sollte also statt dem Lautsprecher zunächst einen geringfügig größeren Dummy verwenden.

9. Elektrik

9.1. Anschlüsse und Kontakte

Bevor man mit dem elektronischen Innenleben beginnt, sollte man erstmal zuverlässige Kontakt- und Anschlusspunkte an Lok und Tender schaffen. Jetzt kommen die vor Urzeiten in den Lokrahmen gebohrten Löcher zu Ehren. Ein Stück Kupferdraht vorne mit der Zange leicht flach gedrückt, so dass er stramm in der Bohrung sitzt, das vordere Ende verzinnt, fertig.

Die Räder des Tenders sind in Messingblechen gelagert, die auch gleich die Stromabnahme besorgen. Je zwei Nasen der Messingbleche ragen ein bisschen nach innen - leider viel zu wenig, um damit direkt etwas anfangen zu können. Also werden sie durch angelötete Kupferdrahtstücke nach oben verlängert. 

Wenn der Ballastklotz eingesetzt wird, bildet er einen Rahmen um die Drähte. Damit hier nix passiert, habe ich mit je einem Streifen 0,5er ABS für die nötige Distanz gesorgt.

9.2. Vorderes Spitzenlicht

Das vorne am Lokrahmen gebohrte Kontaktloch dient für den Anchluss der Anode der LED des Spitzenlichts. Ergo wird hier kein Kupferdraht, sondern gleich direkt der Anschlussdraht des Vorwiderstands eingesetzt. Jetzt erst die LED mit Stabilit Express am Rahmen befestigen (Nichts vorne dranschmieren!) und dann die Anode an den Widerstand gelötet. Ich habe den Lichtschacht dann vorne mit Alu-Folie abgedeckt.

Natürlich kann man jetzt das Spitzenlich ausprobieren. Leider erweist es sich als Spitzenfunzel. Interessant, dass noch so viel Licht vorne an der Pufferbohle ankommt, dass diese durchscheint (roter Schimmer unterhalb des - zwischenzeitlich bereinigten - hellen Streifens auf dem Bild). Also bringen die Lichtleiter das Licht noch ordentlich nach vorne, versagen dann aber bei den Biegungen zur Seite und nach oben. So ganz steig' ich da noch nicht durch (Grummel, aber was soll's ... ändern kann ich's jetzt nicht mehr und DESHALB schmeiße ich die Lok bestimmt nicht weg!).  

9.3. Tenderbeleuchtung

Hier zwei Bilder von der ersten Umbaulok - bei der zweiten hab ich's genauso gemacht. Zwischen den beiden am Tenderballast angeformten Klötzen muss noch ein bisschen Platz geschaffen werden. Ich habe die LED auch auf einen kleinen ABS-Sockel gesetzt, damit' auch wirklich keinen Kurzen gibt.

Genau wie beim ersten Umbau strahlt es auch wieder zwischen Gehäuse und Pufferbohle durch. Da gibt es einen sehr guten Vorschlag von einem Forumsteilnehmer, wie sich das mit Acryl beheben lassen dürfte. Wenn ich mal wieder Acryl im Haus habe, werde ich's mal ausprobieren.

9.4. Decodereinbau

 

Der Sounddecoder von Tran passt genau ins Tendergehäuse. Er ist mit einem Streifen vom dünnen doppelseitigen Klebeband sowohl vom Ballast isioliert als auch leicht angeheftet. Man sieht auf dem Bild auch die ABS-Streifen zur Isolierung von Kontakten und Ballastgewicht.

An dieser Stelle sollte man nicht den gleichen Fehler machen wie ich und vergessen, das Ballastgewicht im Fahrwerk fest zu kleben. Das Gehäuse wird nämlich ins Fahrwerk eingeklipst - und beim Öffnen verhaken sich die Rastnasen sehr gerne unter dem Ballast und ziehen ihn mit hoch - was bei der hier angeordneten Elektronik einiges an Missvergnügen bereitet. 

Der Lautsprecher liegt auf einem 0,5 mm ABS Streifen, der an den Rippen des Ballastklotzes Nuten hat. Die Rippen werden oberhalb des ABS Streifens abgeknipst, damit die Kabel rechts und links am Lautsprecher ohne aufzutragen vorbei kommen.

Und so sitzt dann der Lautsprecher.

Jetzt geht's ans Verkabeln.

... und, wenn das geschafft ist, kann die Lok in Betrieb gehen. Ich gehe dafür immer in den Programmiermodus meiner (IB) Digizentrale, stelle die Lok aufs Programmiergleis und frage erstmal die Lokadresse CV1 ab. Wenn sich der Decoder mit "3" zurückmeldet, dann ist das schonmal die halbe Miete. Jetzt wird Lok erstmal christlich getauft - diese hier heißt, als dritte 56 nach den beiden Fleischmann 56ern "563". Der Rest - Decoder einstellen usw - gibt sich dann.

 

10. Inbetriebnahme

Damit ist die Lok fertig - fast. Es fehlen noch einige Leitungen unter dem Führerhaus und Umlauf, für die ich erstmal Federstahldraht ordern muss. Aber das ist nun wirklich nur noch Peanuts. Ebenso wie beimk Bericht, bei dem im ersten Teil noch ein paar Angaben zu Werkzeugen usw. fehlen.

Ganz an den Anfang des Berichts habe ich ein Originalfoto gestellt. Für den Schluss habe ich versucht, das Modell aus der gleichen Perspektive auf den Chip zu bannen:

Tja - das ist sie nun. Gelungen? Ich bin jedenfalls für's erste - fast - zufrieden.

Mittlerweile hat die Lok etliche Runden auf dem Testkreisel gedreht. Sie hat noch etliche Proleme mit der Stromaufnahme. Wahrscheinlich ist nach so einem umfangreichen Umbau erstmal eine Generalreinigung erforderlich - das kommt, sobald ich wieder Kontaktspray habe.

Die Vorlaufachse mit abgedrehtem Spurkranz läuft genauso sicher oder unsicher wie ein Vorlaufradsatz mit Pizzaschneider. Erfreulicherweise hat sich nach dem ersten Einlaufen auch die Steuerung eingefahren - das Gelenk zwischen Schwinge und Schwingenstange knickt nicht mehr nach oben, so dass sich hier weitere Aktionen erübrigen. Uffffff!

11. Schlussbetrachtung

Und? Was hat die Sache nun gebracht?

Wirtschaftliche Betrachtungen sollte man nicht anstellen, wenn man so ein Hobby hat. Ich versuch's aber trotzdem mal: Die Lok hat weniger gekostet als eine neue Minitrix 44 mit Sound, ist aber ein Unikat, dass nun definitv nicht jeder hat. Ich glaube, sie kann in jeder Hinsicht mit einem Großserienmodell mithalten. Ob man die hineininvestierte Zeit als Kosten- oder als Spaßfaktor ansieht, bleibt jedem selbst überlassen. Ich sehe es eher als letzteres. Schließlich ist MoBa-Basteln mein Hobby.

Manches würde ich heute schon wieder anders machen, aber die Hauptknackpunkte beim ersten Umbauversuch habe ich alle bereinigt - wenn man mal vom Lichtspalt am Tender absieht. Folgerichtig wird als nächstes der erste Umbau wieder demontiert und nach neuem Standard wieder aufgebaut. Und schon gibt's wieder neue Herausforderungen, ich brauche da nur an das funzelige Spitzenlicht zu denken ...

Aber auch sonst war's die Sache wert: Altes Wissen und Können wurde mal wieder aufgefrischt, z. B. beim Fräsen des vorderen Rahmenteils. Vieles lässt sich auch an anderen Loks umsetzen, wie beispielsweise das Abdrehen der Spurkränze an der Vorlaufachse.

Ich habe diesen Bericht bewusst sehr ausführlich geschrieben und auch Fehler und Pannen nicht verschwiegen - allerdings auch gezeigt, dass nicht die "Außenlandungen" wichtig sind, sondern dass man sich davon nicht entmutigen lässt und die richtigern Lehren daraus zieht. Vielleicht lässt sich ja so der eine oder andere von dieser Sparte der MoBa anstecken?

Zum Schluss noch vielen Dank an Helmut, dass er seine Homepage für diesen Bericht zur Verfügung stellte und auch an alle Freunde und Kollegen im Forum, die mit Ihren positiven Kommentaren sehr dazu motiviert haben, diesen langen Bericht auch vernünftig zu Ende zu bringen.

 

Zuletzt geändert am: 26.01.2008 um 23:01

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Kommentare

BR 56 2-8 von Gast am 22.10.2008 um 21:14
Tief beeindruckt herzlichen Glückwunsch sendend, Uwe
Super von Gast am 12.02.2009 um 12:45
Klasse Bericht. Jeder, der schon mal einen Umbau gemacht hat, kann die 'Verzweifelung' zwischen den Zeilen nachvollziehen!
Gruß Roland www.deutschereichsbahn.de.tl

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