Modellbahnbäume im Selbstbau

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Re: Modellbahnbäume im Selbstbau

von Helmut » 21 Okt 2026, 09:29

Hallo,
ja, bisher bin ich auch noch ganz zufrieden. Ich werde nochmal Holzleim auftragen und mich dann an die Rinde begeben. Wichtig ist in meinen Augen dabei, dass die gedrehte Struktur kaschiert wird. Gearbeitet habe ich mit Weißleim/Erde und flexibler weißer Spachtelmasse. Michael hat ein paar Beiträge vorher Vallejo, "Diorama FX", Dark Earth 26.218 erwähnt. Kennt sonst noch jemand Möglichkeiten?

Gruß aus KerpeN
Helmut

Re: Modellbahnbäume im Selbstbau

von MHAG » 20 Okt 2026, 12:44

Hallo Alfred,

dieses "Mädesüß" sieht dem, was mir so "spontan" zerfallen ist, ziemlich ähnlich... Aber meine "Trockenblumen" hätte ich nie in Weißleim oder ähnliches tauchen können, die hätten mir nur den Weißleim versaut :cry: Wahrscheinlich wäre ich nichtmal bis zum Leimtopf gekommen, denn die sind schon beim Abnehmen von der Leine zerbröselt.
Aber Deine fertigen Bäume sehen ganz gut aus, hm, lässt einen jetzt zu dieser Jahreszeit wieder nachdenken...

Helmut,
der Papierdraht mag zwar dicker sein, aber er hat den Vorteil, dass darauf Farbe, Leim und Streumaterial gut haften sollten. Das klappt bei reinem Metall nicht immer gut. Schade, dass es den nicht dünner gibt.
Der Baum sieht auch ganz gut aus, wenn der jetzt noch "berindet" wird, wird der bestimmt toll.

Viele Grüße 8-)
Michael

Re: Modellbahnbäume im Selbstbau

von Helmut » 20 Okt 2026, 01:20

Hallo,
an Naturmaterialien verwende ich gerne Seemoos. Ich habe mir vor Jahren mal Samen besorgt und versuche es immer wieder, leider klappt der Wuchs nicht immer :? . Aber wenn das Zeug wächst, dann reicht es für Jahre.

Ich bin momentan wieder bei meinen Papierdrahtmodellen angelangt. Für mich als Diabetiker haptisch einfach besser zu händeln, aber schaun mer mal ob, was dabei rauskommt. Hier mal ein Bild des Rohbaus:

Bild

Sicherlich nicht fein strukturiert wie ein Metalldrahtmodell aber interessant wird es nach Rindengestaltung und Begrünung. Da möchte ich einfach mal etwas spielen.

Gruß aus KerpeN
Helmut

Re: Modellbahnbäume im Selbstbau

von 111erFredi » 17 Okt 2026, 19:42

Servus zusammen,

der Beitragsbaum ist ja schon ziemlich lang und es ist eigentlich schon alles gesagt aber noch nicht von jedem. 😉
Ich bin großer Fan von Naturmaterialien, obwohl die Haltbarkeit, wie schon beschrieben, sehr begrenzt sein kann. Gerne verwende ich das um diese Jahreszeit bereits verholzte Mädesüß mit einem Tauchgang in Tiefgrund zur weiteren Stabilisierung.

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Kleinere Sträucher lassen sich bereits mit einzelnen Blütenständen darstellen.

Bild

Größere Bäume setze ich aus vorher beflockten Teilen zusammen, was am besten mit mehreren Bäumen wie am Fließband im Kreis geht.
Recht ordentliche Ergebnisse lassen sich auch mit Labkraut erzielen, welches artabhängig nur wenige bis hin zu dichteren Verästelungen aufweist.

Bild

Wer die Augen in der Natur offen hält, wird die geeignetsten Arten des Labkrauts entdecken können.

Bild

Als Stamm klebe ich manchmal einige Teile zusammen, was eine dichtere Krone begünstigt und einen dickeren Stamm erzeugt. Stämme verdicken gelingt auch mit hohlgebohrten Ästchen oder einer Leim/Sandbehandlung.
Vor einigen Jahren hatte ich im Garten viele Majoranstängel, deren Blütenkronen nach der Konservierung und Beflockung auch recht realistisch aussahen.
Sprühkleber versuche ich, so gut es geht, zu vermeiden. Ersatzweise kommt zum Beflocken gut verdünnter Holzleim zum Einsatz in den die Pflanzenteile zur Zeitersparnis getaucht werden. Gut abtropfen lassen damit es keine Sauerei auf dem Werktisch und im Flockenhaufen gibt. Und dann mit der Breitschaufel Flocken aufstreuen, evtl. sogar mit Flocken bedeckt etwas anziehen lassen. Entscheidend ist die kritische Farbauswahl der Flocken bei der sich ständig die Frage stellt, ob es genau den Farbton auch in der Natur so gibt. Die Flocken siebe ich auch nach mehreren Größen aus, um unterschiedliche Laubdichte darstellen zu können. Für manche Baumarten empfiehlt sich ein Überstreuen der schon klebenden Flocken mit sehr fein ausgesiebtem, farblich abgestimmtem Sägemehl, um den Laubeffekt zu verstärken.
Im Übrigen gilt: Modellbaumbau ist ein unerschöpfliches Experimentierfeld.

Viele Grüße
Alfred

Re: Modellbahnbäume im Selbstbau

von MHAG » 15 Okt 2026, 12:30

Hallo,

dieses Moos ist seit Jahrzehnten in getrockneten Zustand (bestimmt schon über 50 Jahre alt! :o ) unter der Weihnachtskrippe :D
Ich habe damit auch schon mal experimentiert, das getrocknete Moos habe ich nicht direkt konserviert, aber mit Sprühfarbe eingefärbt. Allerdings habe ich die Mooszweige auf Drähtchen geklebt und diese in einen Stamm eingesetzt (war so in den 80ern oder 90ern mal in der Miba beschrieben). Der eine Baum (ich frage mich gerade, wo der hingekommen ist :? ) sah nicht schlecht aus, der war aber furchtbar zeitaufwändig, vor allen das vorbereitende Trocknen und Flachpressen (das muss sorgfältig gemacht werden!) nervte mich. Und dann wollten die Drähtchen immer woanders festkleben als ich wollte :evil: Schön war er ja, aber das hätte mir insgesamt für einen Wald zu lange gedauert... 8-)
Der Baum von Alfred sieht ganz gut aus :) Gefällt mir :D Und die "Bau-Technik" mit Beizen und Glycerinbad könnte deutlich schneller sein als mein Versuch damals... Hm, wir haben dieses Moos sogar im Garten... :mrgreen:

Viele Grüße 8-)
Michael

Re: Modellbahnbäume im Selbstbau

von Helmut » 15 Okt 2026, 09:27

Hallo Alfred,
eine sehr interessante Idee, ich habe sofort nach Waldmoos gegoogled, und bin erschrocken, wie viele Moosarten es gibt, z.T. auch schon konserviert, aber eine Auswahl kann ich nicht aufgrund der Bilder treffen. Daher werde ich wohl mal im Wald spazieren gehen und schauen, ob ich in NRW etwas passendes finde ;) . Ausprobieren möchte ich das auf jeden Fall.

Gruß aus KerpeN
Helmut

Re: Modellbahnbäume im Selbstbau

von 111erFredi » 14 Okt 2026, 21:59

Servus Michael,

Dein Nadelbaum gefällt mir, der sieht richtig gut aus !
Auf unserer Vereinsanlage stellen wir Nadelwälder mit Pfeifenputzern dar, die, etwas unregelmäßig zugeschnitten, mit feinen, tannengrünen Sägespänen verfeinert werden. Das wirkt aber nur in Gruppen einigermaßen glaubwürdig. Für einzelne Fichten habe ich eine über 60 Jahre alte Technik meines Vaters wiederentdeckt. Er sammelte damals eine zumindest in Süddeutschland sehr verbreitete Waldmoosart, deren sichtbare Spitzen die Form von Nadelbaumästen recht gut wiedergeben. Nach der Ernte, bei der zur Schonung der Natur heutzutage darauf zu achten ist, das nur die grünen Spitzen abgeschnitten werden, konservierte er das Moos in Glyzerin, welches mit Holzbeize dunkelgrün gefärbt war. Die noch vorhandenen Reste von damals sind bis heute nicht zerbröselt, sondern im Gegenteil noch immer ganz geschmeidig.

Bild

So sieht das erwähnte Moos aus, nachdem es geerntet wurde. Unbehandelt vergilbt es nach dem Austrocknen.

Bild

Die schönsten Äste werden einzeln an einen Stamm geklebt, bis die entsprechende Baumform erreicht ist. Bei größeren Ästen kann es hilfreich sein, diese an in den Stamm gebohrte Äste zu kleben. Dürre Äste im unteren Teil des Stammes erhöhen die Vorbildtreue noch zusätzlich.


Ein Beitrag über die Materialien und den Selbstbau meiner Laubbäume ist in Vorbereitung.


Viele Grüße
Alfred

Re: Modellbahnbäume im Selbstbau

von MHAG » 13 Okt 2026, 14:08

Hallo Helmut,

das ist wahrscheinlich wieder durch das Kunstlicht und die Kamera geschuldet, denn wenn ich die Fichte vor eine Originalfichte auf der anderen Straßenseite halte, dann "verschwindet" meine farblich; die Farbe passt also recht gut.
Wieso auf dem Foto alles so hell wirkt, könnte durch den Weißabgleich passiert sein...
Für die zweite Reihe im Wald sollte das Bäumchen jedenfalls taugen :lol:

Viele Grüße 8-)
Michael

Re: Modellbahnbäume im Selbstbau

von Helmut » 13 Okt 2026, 12:21

Hallo Michael,
gefällt mir gut. Vielleicht zum Schluss mit einem etwas dunkleren Grünton einspühen. Der Originalton der Fasern ist mir etwas hell. Aber sonst, top.

Gruß aus KerpeN
Helmut

Re: Modellbahnbäume im Selbstbau

von MHAG » 12 Okt 2026, 19:16

Hallo,

nachdem unser "Stammtisch-Nadelbaum-Bau-Workshop" :mrgreen: jetzt vorbei ist, zeige ich mal eine fertige Fichte (ist mir etwas zu dicht geraten :oops: ) und die Rohlinge aus dem Baumbausatz (von Unique Scenery Products):

Bild

Mir sind die Stämme etwas zu massiv und die "Astlöcher" zu gleichmäßig; ich werde in Zukunft auf die geschälten und getrockneten Ligustertriebe setzen; auch hier habe ich mit der "Rindenpaste" (Vallejo, "Diorama FX", Dark Earth 26.218) experimentiert, das gefällt mir soweit ganz gut:

Bild

Nur für das "Benadeln" muss ich wahrscheinlich noch einen "Teesieb mit großen Löchern" organisieren, denn die 6,5mm-Fasern dürften durch das vorhandene Sieb nicht durchkommen...
Als "Nadeln" kommen drei Schichten zum Einsatz:
  1. für die "groben Äste" Silhouette Grassflock 6,5mm (Art.Nr. 006-32)
  2. für die "feinen Äste" Silhouette Sommer 2,0mm (Art.Nr. 002-22)
  3. für die "Nadeln" Silhouette Fichte 0,5mm (Art.Nr. 001-02)
Jeweils nach einem Sprühstoß Sprühkleber.

Ein paar Änderungen und Optimierungen habe ich mir auch schon ausgedacht :lol: damit entspricht das dann eher meiner Arbeitsweise 8-)
Und ich werde auch bei bestimmten Fertigbäumen aus meinem Bestand mit diesen Materialien experimentieren. :ugeek:

Viele Grüße 8-)
Michael

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