15° Weichen ?

Hier dreht sich alles um die Modellbahn
LotharF
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15° Weichen ?

Beitrag von LotharF » 07 Jul 2020, 21:56

Hallo MäNNers,
oftmals angedroht, aber noch nicht umgesetzt:
Der Bau meiner MoBa.
Nach vielem hin und her habe ich mich nun entschieden nicht mit einem großen Projekt zu beginnen
sondern mit etwas übersichtlicherem.
Geplant ist eine kleine Nebenbahnstrecke (in Anlehnung an des Kuckuckbähnel im Elmtsteiner Tal).
Der Endpunkt soll, wie auch seinerzeit in der Realität, mit Sägewerk, Holzverladung und einer Lagerhalle
versehen sein.
Personenverkehr bildet nur eine "Nebeneinnahme" oder soll, wir ja auch tatsächlich, als Museumsbahn betrieben werden.
Das ganze soll in der späten Epoche III angesiedelt sein.
Die Nebenstrecke soll später (irgendwann mal) in die Hauptstrecke von Kaiserslautern nach Neustadt/ Weinstraße eingefädelt werden.
Nun aber endlich zu meiner Frage und die Bitte um eure Meinung:
Ich durchforste zur Zeit meinen Fundus (Wow - da tauchen Sachen auf :D ) und bin dabei auf einen reichen Vorrat
an 15° Weichen von Minitrix mit drehbarer Weichenlaterne und Herzstückpolarisierung gestoßen.
Würdet ihr sowas bei einem Neubeginn (auf einer Nebenstrecke) verbauen?
Mit ist klar das heute FineScale und Fineart im Vordergrund stehen, aber mein gesamtes Gleissortiment einfach so in dem Müll werfen?
Zumal ich mich vor einigen Jahren mit einem großen Vorrat an PECO - Code 80 Weichen eingedeckt habe.
WIe steht ihr dazu?
Gruß
LotharF

StefanW
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Re: 15° Weichen ?

Beitrag von StefanW » 07 Jul 2020, 23:48

Hallo Lothar, die Gleisfrage ist immer ein schwieriges Thema, da es Vorlieben und unterschiedliche Erfahrungen mit verschiedenen Herstellern gibt.

Ich kann dir nur von meinem Entscheidungsweg berichten und möchte vorher klarstellen das es im folgenden nicht darum geht irgendein Gleissystem schlecht zu machen, weshalb ich den Namen meines ursprünglichen Gleissystems nicht nennen werde, es sei denn jemand möchte ihn wissen.

Ich freue mich für jeden wenn er mit seinem Gleissystem zu Frieden ist, welches das auch sein mag.

Also: nach meiner Entscheidung von H0 Digital auf Spur N Analaog zu wechseln verkaufte ich meine H0 Sammlung und kaufte mir einen großen Vorrat an Spur N Gleisen eines namhaften Herstellers (mit 15° Weichen) Danach habe ich, um fahren zu können, erst einmal eine kleinere Anlage mit 3 Stromkreisen und mehreren Abstellgleisen gebaut. Hier musste ich feststellen das, vor allem wenn zb. Gleich nach einer Rechtskurve eine Rechtsweiche verbaut wurde, beim Abbiegen , vor allem mit größeren Personenwagons oder mit Dampflokomotiven mit Vorläufern (ich hoffe das man die so nennt :)), häufig Entgleisungen statt finden. Dies lässt sich nach wie vor Replizieren.

Ich bin heute sehr froh das ich 2019 in Kerpen einige von euch kennen gelernt und auch von der Modulbauweise und anderen Gleissystemen z.b. Peco erfahren habe.

Der Entscheidungsweg zur Modulbauweise zu wechseln gehört jetzt nicht hier hin, zum Thema 15° Weichen jedoch: ich habe mir dann, etwas gefrustet über die Entgleisungsprobleme, aus Interesse Gleise von Peco kommen lassen ( alle Weichen mit 10°) einen Versuchaufbau aufgestellt und bin mit vielen Loks, mit und ohne Wagons, in jeder möglichen Fahrtrichtung und verschiedenen Geschwindigkeiten über die Weichen gefahren und war verblüfft. Nicht eine Entgleisung. Selbst meine BR 05, die ich auf meiner kleinen Anlage kaum fahren lassen kann durchfuhr immer und immer wieder die Weichen ohne zu entgleisen.

Nach diesen Tests entschied ich mich zum Umstieg auf Peco Code 55 und habe, bis auf ein paar Ersatzgleise (weil meine Kinder gerne mal auf der Anlage fahren) alle Gleisvorräte verkauft.

Nun zum Fazit, auch wenn der Aufbau und das Basteln die meiste Zeit unseres Hobbys in Anspruch nimmt, und auch einen Großteil der Begeisterung des Hobbys erzeugt, möchte man doch auch mal in Ruhe etwas Fahrbetrieb durchführen, und für mich persönlich war klar das ich bei einem neuen Projekt dem Gleissystem den Vorzug gebe mit dem ich wesentlich bessere Erfahrungen gemacht habe. Sonst hätte ich bei den Arbeiten ständig darüber nachgedacht ob ich nachher die gleichen Probleme wieder habe.

Für mich steht fest das die Probleme primär auf den zu steilen Abbiegewinkel der Weichen zurück zu führen ist und ich deshalb die 10° Weichen empfehlen würde.

Das ich in den sauren Apfel beißen und die alten Gleise mit Verlust verkaufen musste war zwar schade, für mich, mit der Gewissheit beim Fahrbetrieb weniger Probleme zu haben, aber ein Schritt der mir leicht gefallen ist.

Ist doch ein längerer Text geworden, hmm wollte ich eigentlich garnicht :shock: .

Ich hoffe das ich Dir wenigstens ein bisschen weiterhelfen konnte.

Grüße Stefan

StefanW
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Re: 15° Weichen ?

Beitrag von StefanW » 08 Jul 2020, 09:43

Guten Morgen zusammen, zum Thema Weichen hätte ich auch eine Frage in die Runde, an die die auch Peco Weichen nutzen.

Welche verwendet ihr meistens, die Kurze, die Mittlere oder die lange Weiche?

MHAG
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Re: 15° Weichen ?

Beitrag von MHAG » 08 Jul 2020, 10:45

Hallo Stefan,

welche Weiche bei mir verwendet wird, hängt stark vom Gleisplan und der dargestellten Situation ab.
Faustregel: Je größer, umso besser :lol:
Meistens sind es die mittleren von Peco (Nebenbahn-Endbahnhof), im BW durchaus auch mal die kleinen.
Für eine "mehrfache Verknüpfung" im Untergrund habe ich die großen verwendet, damit es da fahrtechnisch zu keinen Problemen kommt (kommen soll, noch nicht fertig :oops: )
Und wenn es "ganz komisch daherkommt", dann habe ich mir auch schon selber Weichen gebaut. :roll: Gebogener Hosenträger :geek: 8-fach-Weiche für Lokschuppen :ugeek:

Hallo Lothar,

ich selber baue "oben" alles mit Code 55 (zur Weichensituation siehe vorhergehenden Teil), "unten" verwende ich Code 80 (Roco, Minitrix, Peco) wegen der vielen Reste, die ich noch habe (bis auf die oben genannte Verknüpfung, die ist C55). Im Nachhinein bin ich über die Entscheidung nicht ganz glücklich, denn die C55-Gleise sind deutlich stabiler als die C80 -- das kommt durch den doppelten Fuß in der Schwelle, C80 wird nur durch die kleinen "Plastiknippel" gehalten. Preiswerter ist C55 bei Bestellung auf der Insel auch (ich habe das mal auf den Meter jeweils umgerechnet und war sehr erstaunt, wie günstig Peco C55 und C80 im Vergleich sind, ungefähr gleichauf :!: mit GT-Gleisen, die aber optisch nicht besonders schön sind; und sehr viel günstiger als die Konkurrenz von ROCO, MTX, Fleischmann, Arnold)
Mit den Weichen von Fleischmann, Minitrix, Roco und Atlas, die ich noch zahlreich im Bestand habe, habe ich mir eine kleine Testanlage (nur eine stabile Platte mit 8mm Kork drauf) zum "Lok-Quälen" gebaut, wobei ich mir sicher bin, dass, wenn eine Lok da durchkommt, sie auch auf der Anlage keine Probleme haben wird. :P
Eine Frage taucht da auch noch auf: Analog oder digital? Denn in letzter Zeit habe ich häufiger gelesen, dass die Mechanik in den MTX-Weichen, die die Polarisierung macht, bei den höheren Strömen mit Digital überfordert sein kann und ausglüht oder sich festschweißt. Passiert vor allem beim Auffahren der Weiche vom Herzstück aus (Kurzschluß). Davon bin ich persönlich nicht betroffen, da Analogbahner -- aber es scheint öfter mal vorzukommen.
Fahrtechnisch scheinen die polarisierten MTX-15°-Weichen ansonsten ok zu sein.
Noch was zur Optik:
Die "schwarze Platte" bei den Minitrix-Weichen hat mich einfach gestört, die alten Roco-Weichen haben mir besser gefallen (beides C80). Aber letztere habe ich kaum bekommen. Und dann kam Peco... ;)
Auch wenn die Schwellenlage "englisch" ist, ist mir das noch nicht negativ aufgefallen; die Betriebssicherheit und die zierliche Optik der Schienen haben mich überzeugt.
Da Du ja eine Nebenbahn bauen willst, auf der meistens leichtere Schienen verbaut wurden, machen die C80-Schienen vielleicht keine so gute Figur -- umgerechnet sind die Schienen ca. 30 cm hoch... Mit Farbe kann man das zwar etwas abmildern, man sieht es aber, wenn z.B. ein Rangierer daneben steht.
Um was es vielleicht schade sein kann, sind die Weichenlaternen -- passen die vom Maßstab her? Ich kann mich nämlich an welche erinnern, die von H0-Bahner begeistert gekauft wurden, weil sie nur wenig vergrößert waren :mrgreen: Ob das diese von MTX sind, weiß ich leider nicht mehr; kannst Du ja selbst leicht nachrechnen und prüfen. Am einfachsten mal eine Figur danebenstellen ;)
Vielleicht lassen sich die Weichenlaternen auch ohne die MTX-Weichen verwenden, falls Du umsteigen willst. Oder Du baust mit dem Material einen eigenständigen leistungsfähigen FiddleYard auf, der dann vielleicht an mehreren Anlagen verwendet werden kann.

Ob Dir das geschriebene jetzt hilft? Ich kann nur verschiedene Dinge aufzählen, die mir aufgefallen sind oder mich selber beeinflußt haben. Die Entscheidung, mit was Du baust, wird Dir keiner abnehmen können...

Viele Grüße 8-)
Michael

LotharF
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Re: 15° Weichen ?

Beitrag von LotharF » 09 Jul 2020, 07:47

Hallo Stefan
hallo Michael,
vielen Dank für eure Antworten.
Das hat mir schon sehr weitergeholfen.
Ich denke ich werde mir für den sichtbaren Bereich PECO Code 55 zulegen und die anderen Teile im "Unter- oder Hintergrund
verwenden.
Genügend Material habe ich ja :-)
Danke auch für den Hinweis auf die Probleme mit den MTX - Weichen im Digital - Betrieb.
Ob ich Digital fahre hängt davon ab ob meine alte Lenz - Einheit noch mitspielt.
Die war fast 15Jahre in der Verpackung und muss erst noch getestet werden.
Falls die noch "läuft" werde ich die wohl verwenden.
Falls nicht werde ich mir keine neue kaufen.
Da wird mir der Markt zu unübersichtlich und als alter Elektriker kenne ich mich ja auch mit analog noch ganz gut aus.
Ich merke, mir geht es wie euch: Kommt man mal ins Plaudern findet man kein Ende :D :lol: :D
Aber genau das finde ich hier so gut. Man kann man von Kuchenbacken zu Ar...backen kommen ohne gleich "gehatet" zu werden.
In diesem Sinne: Danke nochmal und habt eine gute (MoBa-) Zeit
Euer LotharF

Helmut
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Re: 15° Weichen ?

Beitrag von Helmut » 09 Jul 2020, 22:32

Hallo Lothar,
ich habe immer noch mein bestimmt 20 Jahre altes Lenz compact und es funktioniert immer noch. Die Reservezentrale wartet schon vom Testkreisel wegzukommen, aber warum wenn die alte Zentrale noch läuft. Die Schraubbuchsen haben sich im Laufe der Zeit verabschiedet, ich habe daher die Kabel angelötet, Kontaktprobleme des Potis habe ich durch Reinigung behoben, ansonsten läuft es immer noch. Also gehe ich mal davon aus, dass Deine Zentrale auch noch funzt.

Wenn Du Wert auf Optik legst, gehst Du mit Code 55 keinen schlechten Weg: feines Bild und trotzdem fährt jedes Fahrzeug darauf. Für mich ein geschickter Kompromiss. Wenn Du Dir aber die Wendemodule von Samms710 ansiehst, dann kann man auch mit konventionell toll bauen. Für mich ein weiterer Vorteil: keine Übergangsprobleme.

Gruß aus KerpeN
Helmut

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Re: 15° Weichen ?

Beitrag von 8erberg » 10 Jul 2020, 10:16

Hallo,

die 15 Grad Weichen von Minitrix mit polarisiertem Herzstück sind schon OK - man kann diese auch noch einsetzen. Nur ist die Herzstückversorgung etwas unterdimensioniert: bei Digital hat man ja auch gerne mal über 1 Ampere auf dem Gleis, da altern die Kontakte recht flott.
Dennoch sind es m.E. die besten Weichen der "deutschen" Hersteller - krasse Gegenbeispiele sind Arnold oder gar das 24 Grad-Gelump

Natürlich ist die Optik des Peco-Gleises in Code 55 besser, aber wenn man das Material schon mal hat kann man es auch nutzen, bei entsprechender Gleisplanung auch im Schattenbahnhof, sprich: keine S-Streckenführung, min. 100 mm "Gegengerade" vor Richtungswechsel.

Peco - tja, wenn die Politik es nicht hinbekommt ist es mit der Bestellherrlichkeit in GB ab 2021 hin. Dann sind die Briten endgültig weg vom gemeinsamen Markt und man kann wegen GB-Sendungen wieder zum Zollamt latschen oder dem Postillion die Einfuhrumsatzsteuer in bar bezahlen.
Seufz.

Peter
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Re: 15° Weichen ?

Beitrag von InterCargo » 11 Jul 2020, 08:10

Hallo Lothar,

ein weiterer Aspekt bei den Überlegungen zum Gleissystem sind meines Erachtens die Weichenantriebe.

Im sichtbaren Teil meiner Gleisanlagen möchte ich persönlich auch keine sichtbaren Modellbahnweichenantriebe haben. Daher verwende ich Peco Code 55 Gleismaterial in Verbindung mit motorischen Unterflurantrieben von Conrad.

An den Weichen werden dann Deko-Weichenantriebe Typ S700 in Verbindung mit Gleisanschlussgehäusen und Betonrahmen - alles von Erbert - platziert. Eingeschottert sieht das dann für meinen Geschmack gut aus ... :mrgreen:

Im nicht gestalteten Bereich (z.B. im Wendebahnhof oder in verdeckten Gleisanlagen) brauche ich mein vorhandenes Code 80 Gleis- und Weichenmaterial auf.

Freundlich grüßt

der

InterCargo

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Re: 15° Weichen ?

Beitrag von LotharF » 15 Jul 2020, 10:39

Hallo MäNNers,
nochmals Danke für eure Antworten.
Ich werde die 15er Weichen mal ausprobieren.
Als Antriebe kommen nur Unterflurantriebe in Frage.
Da werde ich die Antriebe von CONRAD verwenden, da ich einige im Fundus habe.
Ob ich das Ganze dann mit Minitrix irgendwie kombiniere muss ich ausprobieren.
Hier gilt für mich das Motto "Versuch macht kluch".
Es gab mal beleuchtete Weichenlaternen von Schifferdesign. Da habe ich mir auch noch welche im Bestand.
Die sind zwar ab Werk nicht drehbar. Aber diverse Umbauanleitungen finden sich ja im Web.
Ich halte euch über meine Fortschritte und Erfahrungen auf dem Laufenden.

Gruß
LotharF

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Re: 15° Weichen ?

Beitrag von 8erberg » 17 Jul 2020, 19:30

Hallo,

wenn Du die Weichen mit polarisiertem Herzstück über Schwelle stellen willst musst die unter dem "Blech" versteckte "Technik" des Herzstückumschalters rauswerfen und das Herzstück extern über den Weichenantrieb schalten. Ich weiß nicht ob das Hoffmann-Zubehör da passt https://aspenmodel.com/Hoffmann-Weichen ... ::690.html

Könnte aber passen.

Peter
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