Rollenprüfstand/Wartungs-Station von KPF-Zeller Erfahrungsbericht

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LAG-Isartalbahn
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Rollenprüfstand/Wartungs-Station von KPF-Zeller Erfahrungsbericht

Beitrag von LAG-Isartalbahn »

Hallo Leute,

ich habe es geschafft meinen Rollenprüfstand und die Wartungs-Station ausgiebig zu "Testen" um endlich von meinem Eindruck zu Berichten.

Zuerst die Wartung-Station.

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Sie besitzt eine Aufnahme für den Rollenprüfstand, die so gestalltet ist das der H0 oder N Prüfstand eingesetzt werden kann. Es sind 2 Seitenwände (für den Rollenprüfstand) neuer Version mit beigelegt die gegn die "alten" vorhandenen getauscht werden können. So können vorhandene Prüfstände eingesetzt werden. Es muß aber ein sogenannter Roto-Fix verhanden sein um die Wartungs-Station einsetzen zu können.
Die Station besitzt ein Servo um den Prüfstand in der Station zu drehen. Ehrlich !! zuwas der Servo-Antrieb eingebaut ist erschliest sich mir nicht. Eine mechanische Drehung (per Hand) wie sie aus Platinenhaltern bekannt ist reicht vollkommen aus.
Es gibt noch andere Dinge die nicht gut Gelöst sind
Fazit für mich, leider ein Fehlkauf!

Frage: Was erwartet Ihr eigentlich von einer "Wartungs-Station" ?

Meine "Erwartung":
Es soll eine Lok auf der Station nach oder vor einer Reparatur , Wartung oder Umbau auf Funktion getestet werden können. Es sollte die "Maschine" in der Station zum Beispiel auf einem Rollenprüfstand in Bewegung getestet werden können, um zum Beispiel bestimmte Funktionen im "stehen" zu kontrollieren. Ein Drehen der "Maschine" auf den "Kopf" sollte möglich sein um das Getriebe (im lauf) ölen zu können oder andere Prüfaufgaben durchführen zu können.

Rollenprüfstand:

Zuerst eine kleine Erklärung zum Kauf.
Vor einigen Jahren kam das Thema Modellbahn wieder zum Vorschein. Da ich bereits einige Modell in meinem Besitz hatte wurde meine Sammlung langsam erweitert. Irgendwann stellte sich das Problem das Modelle die Gekauft wurden (vorallem gebrauchte) einem "Eingangs-Test" zu Unterziehen. Ein Test-Oval war nicht vorhanden (Ist Jetzt in Bau). Dadurch kam ich auf einen Rollenprüfstand den ich 2016 erwarb und seitdem benütze. Durch die Fragen anderer Forumsteilnehmer auf einen Beitrag von mir in "Neues auf dem Markt" kam ich auf die Idee meinen Rollenprüfstand näher zu Testen.

Umfang meines Rollenprüfstand XXL-Pakets;
1 Rollenprüfstand 800 mm lang
1 Rollenprüfstand 300 mm lang mit Roto-Fix
15 Laufkatzen Spur N
1 Speed-Cat (Geschwindigkeits Messer, "Tacho" mehr im Text)

Über den Sinn eines 800 mm langen Prüfstandes kann man Unterschiedlicher Meinung sein? Ich nütze ihn für den Test von Triebzügen (403/404 ; ET 87 ; VT 877 ; SVT 137 ; VT 10.5; VT 11.5 etc.)

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Die Rollenprüfstände bestehen aus 2 Alu Rundstäben ("Stromschienen") die an den Enden jeweils mit einem Kunststoffsteg Verbunden werden. Auf diese Rundstäbe werden die Laufkatzen aufgelegt (N und H0 Laufkatzen sind aussen Gleich lang sie unterscheiden sich nur im Abstand der Laufrollen (hoffe daß das Verständlich ist). In den Querstegen befinden sich Unmittelbar an der Aufnahme der Rundstäbe Bohrungen, in die Bananen-Stecker (die kleine aus Modellbau) gesteckt werden können die dann Kontakt zu den Alustäben haben. In der mitte der Laufkatzen wird ein Eisen-Rundstab (später als "Klemmstab" bezeichnet) eingelegt und in die Querstege eingeklipst. Dieser Rundstab verhindert das Herausfallen der Laufkatzen und drückt sie gleichzeitig auf die Alu-Rundstäbe zur besseren Kontaktierung. Die Laufkatzen können aber hin und her geschoben werden und so unter den Rädern der zu prüfenden Lok positioniert werden.

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Der Roto-Fix ist eine Art Haltesystem. In die Querstege wird eine Konstruktion eingesteckt die mit "Halte-Stempeln" die horizontal und vertikal verschiebbar sind ausgestattet ist. Aufgabe der Halterung ist es die "Test-Lok" auf dem Prüfstand zu Fixieren.

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Auf den Speed-Cat gehe ich später ein.

Als erstes wurden die mit den "Halte-Stemplen" des Roto-Fix gelieferten "Schutz-Puffern" (um die Dächer der Modelle zu schützen) gegen Stücke eines Moosgummistreifens (weicher und circa 5 mm dick) getauscht. (kein Foto)

Der "Klemmstab" hat sich als hinderlich herausgestellt. Manche Lok´s liegen mit ihrer "Unterseite" auf dem Stab auf und haben dann keinen vernüftigen Kontakt zu den Laufkatzen. Der "Klemmstab" wurde entfernt der Vorteil der besseren Stromabnahme mit dem Stab fällt nicht so ins Gewicht. (kein Foto)

Die Laufkatzen bestehen aus einem Kunststoffteil in den 4 Metallachsen eingeklipst werden. Diese Achsen sind so lang das sie seitlich aus dem Unterteil heraus stehen und auf den "Stromschienen" aufliegen. In der Mitte der Kunststoffteile ist eine Ausfräsung ("Gleisbett") hier sind "Laufrollen" auf die Metallachsen aufgesteckt hier liegen dann die Lokräder auf ("unendliches Gleis").

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Im Testbetrieb hat sich herausgestellt das sich durch die breite der Laufkatzen ein Achsabstand von 10-11 mm ergibt.
Einige Lok´s haben aber einen geringeren Achsabstand (SBB E3/3 9 mm; DR V60D 9mm; DB V60 10 mm) hier kann also nicht unter jede Achse eine Laufkatze positioniert werden. Was einen schlechte Stromabnahme und evtl. einen schlechten "Stand" der Lok ergibt.

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Die Laufkatzen wurden seitlich in Längsrichtun auf jeder Seite 0,5 mm abgefräst. Jetzt können auch Lok´s mit geringerem Achsabstand unter allen Antriebsrädern mit den Laufkatzen versehen werden. Ich werde die Laufkatzen noch etwas mehr abfräsen aber so daß sich die Laufrollen der einzelnen Laufkatzen nicht berühren. Dadurch ergibt sich im Betrieb ein kleiner Abstand der Laufkatzen untereinander.(kein Foto)

Das Aufgleisen der Lok´s auf den Prüfstand ist arg fummelig. Lösung später.

Der Elektroanschluß mit den Bananensteckern ist nicht besonders zuverlässig (gehen oft heraus, Wackelkontakt)
In die Stromschienen wurden von mir diagonal Löcher gebohrt und ein 1² mm Draht eingelötet. Jetzt zuverlässige Stromzuführung. (kein Foto)

Der Roto-Fix ist nur in die Querstreben des Prüfstands gesteckt löst sich daher beim Verschieben der Halte-Stempel immer aus der Verankerung. Die Querstreben des Prüfstands wurden von mir neu angefertigt (Stück Kunststof Abfall) in der "Neuen Querstrebe" wird der Roto-Fix auf jeder Seite mit Schrauben festgeklemmt.
Die Halte-Stempel sollen zur besseren "Kontaktierung" die "Prüf-Lok" auf die Laufkatzen drücken bzw. soll die Lok auf den Laufkatzen gehalten werden, lassen sich aber nur schwer verschieben. Muss aber so sein damit die Lok zuverlässig gehalten wird. Man muß nur beim senkrechten Verschieben der Halte-Stempel etwas vorsichtig sein um die Lok´s am Dach nicht zu beschädigen

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2020 wurden noch einige Teile zum Rollenprüfstand dazu gekauft.

Neue Laufrollen für die Laufkatzen.

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Die Laufrollen wurden getauscht und siehe da das Problem mit dem Aufgleisen der Lok´s ist "besetigt". (von den alten Laufrollen gibt es kein Foto)

Clean-Cat Reinigungssystem für die Lokräder.

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Der Clean-Cat ist eine Abwandlung der Laufkatzen, statt der Laufrollen ist ein Reinigungsvlies "eingebaut" das mit einer Reinigungsflüssigkeit benetzt wird. Der Clean-Cat wird unter der zu reinigenden Achse geschoben und bei betrieb der Lok wird das Rad geputzt. Das ergebnis ist meiner Meinung nach sehr Gut (es wurde an stark verschmutzten Rädern getestet).

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Nachteil es können nur angetriebene Achsen gereinigt werden und je nach Stromübertragung auf das Modell auch nicht alle gleichzeitig.
Meine Meinung OK mit den Nachteilen kann man Leben.

Auflage für nicht angetriebene Achsen.

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Optisch wie eine Laufkatze ohne Laufrollen aber doppelt so breit. Von mir für Drehgestelle mit Vor-/ Nachlaufachsen genutzt daß diese nicht in den Prüfstand hängen un evtl. Kurzschlüße verursachen. Auch für Lange Triebzüge hier werden dann nur die angetriebenen oder zu Stromversorgung benötigten Achsen mit Laufkatzen ausgestattet.

Fazit Rollenprüfstand:
Eine Gute Idee mit schwächen. Er ist gut um Lok´s nach Instandsetzung, Umbau, bei Testlauf nach Kauf etc. in Augenhöhe zu Überprüfen, ohne das man beim Probelauf auf dem Testkreis "Nachrennen" muß (Denke Ihr versteht was ich meine). Ich sehe in als Ergänzung zum Testkreis.
Meinen Prüfstand habe ich auf ein circa 25 cm hohes zwei stufiges Podest gebaut so das ich ihn in "Augenhöhe" stehen habe. Auf der unteren Stufe habe ich ein Test-Gleis montiert. Hier werden Elektrische Test an Wagons durchgeführt. Der Prüfstand hat seitlich einen Elektroanschluß über Buchsenstecker.
Für eine "verbesserte Version" meines Prüfstands habe ich schon ein paar Ideen.

Mein Testoval in der Werkbank-Schublade wird gebaut weil ich der Meinung bin es "Schod Nix".

So jetzt kommt der Teil Speed-Cad.

Speed-Cad ist eine Art "Geschwindigkeitsmessgerät".

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Es handelt sich um eine Laufkatze mit angebautem "Messwertaufnehmer". An einem Lokrad wird über eine Laufrolle die Drehzahl der Rolle aufgenommen und über einen "Messwandler" und einer USB-Schnittstelle an den PC mit passender Software übertragen. Die Software ist leicht auf dem PC zu Installieren. Die Anzeige auf dem PC kann einfach eingestellt werden (Spurweite , km/Meilen). Wie gut die Anzeigegenauigkeit ist kann ich auf Grund fehlender Vergleichsmöglichkeiten nicht sagen.
Leider hat der Messwertaufnehmer einige Schwachstellen. Die Messwert aufnahme erfolgt nur auf einer Lokseite dadurch ist die Messwertaufnahme nicht sehr Gut. Die Messung an einem Rad ohne Haftreifen ist fast nicht möglich (fast unmöglich), das Rad rutscht durch und es ergibt sich eine unbrauchbare Messung. Bei einem Rad mit Haftreifen ist die Messung möglich aber meiner Meinung nach auch noch nicht so richtig brauchbar. Je nach Lok bleibt der Messwertaufnehmer an seitlichen Anbauteilen und Gestängen hängen, abhängig wo sich das Rad mit dem Haftreifen an der Lok befindet.
Fazit sehr gute Idee aber in unsere Spurweite zuviele Probleme. Habe aber schon Ideen zur Verbesserung des Messwertaufnehmers.

Ich Hoffe das mit meinem Erfa(h)rungsbericht einigen von euch Geholfen wurde und zu eure Erhellung beigetragen habe. (Apropos Erhellung ich gehe jetzt in den Keller, die halbe "Giesinger Erhellung" habe ich Verdient)

Komentare und Fragen werden gerne Beantwortet (aber nicht mehr Heute vielleicht gehe ich zweimal in den Keller :roll: )

schöne Grüße
Eduard