Versuche zu Ladegütern

Hier dreht sich alles um die Modellbahn
Helmut
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Versuche zu Ladegütern

Beitrag von Helmut »

Hallo,
irgendwie hat mich der Thread "Basteln auf Vorrat" nicht losgelassen. Am Wochenende habe ich dann auch mal ein kleines Miniprojekt gestartet und eine Seekiste zum Transport von Maschinen aus 0,5 mm Finnpappe gelasert.

Bild

Der erste Prototyp sieht doch gar nicht so schlecht aus, oder? Das Folgemodell soll allerdings etwas stabiler werden, sprich der Kasten wird aus 1 mm Pappe gemacht, nur die erhabenen Verstrebungen sollen 0,5 mm stark sein. Außerdem werden die Bretter mal senkrecht angeordnet sein. Diagonale Verstrebungen spuken mir auch im Kopf herum.
Bei den Beschriftungen hadere ich auch noch mit mir: ich könnte mir vorstellen, einige als Bild aufzulasern und dann die Farbgebung nur mit Lasurfarben zu machen. Oder es wird eine deckende Lackierung mit Nassschiebebildern.

Gruß aus KerpeN
Helmut
MHAG
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Re: Versuche zu Ladegütern

Beitrag von MHAG »

Hallo Helmut,

ich bin nicht schuld (oder doch? :roll: jedenfalls hat´s gewirkt :lol: ), wenn wir was Interessantes zu sehen bekommen :D

Deine Kiste sieht auf den ersten Blick sehr gut aus, aber, wie mir schon oft bei Lasercut aufgefallen ist, ist sie "zu exakt". Dazu kommen noch die sichtbaren "Brennkanten", vor dem Aufkleben sollten die gefärbt werden. Je nach Konstruktion sollte es reichen, nur die Ebene mit den Verstrebungen vor dem Aufkleben passend einzufärben. Eine leichte Alterung mit Wasserfarben oder sogar normalen Farbstiften und Bleistift sollte die Kiste "zum Leben bringen".
Diagonale Bretter, von Hand geschnitten und von Hand eingeklebt, können auch noch was bringen, vielleicht sogar in einer etwas anderen "Holz"-Farbe? Über die Zeit habe ich mir eine kleine Sammlung an Papier und Karton (Briefumschläge, Trennblätter, Hängemappen, Lochkarten,... vor allem gebraucht mit Alterungsspuren) in diversen Holzfarbtönen gesammelt, das kann ich nur empfehlen :!: Kostet praktisch nichts, aber liefert eine interessante "Holzauswahl" im Modell. :)
Bei Seekisten habe ich übrigens auch schon gesehen, dass oben Dachpappe oder eine Folie mit Überstand drauf war; könnte interessant wirken.

Beschriftung:
Da bin ich auch noch beim Experimentieren, Lasergravuren als "Brandstempel" waren bei mir so stark, dass sie das Holz teilweise durchgebrannt haben. Jetzt bin ich bei meinem Gravurlaser schon sehr weit mit der Intensität runtergegangen, aber das reichte immer noch nicht. Musste dann leider die zeitfressenden Versuche erst mal abbrechen :cry:
Aber ich habe noch Ideen :idea: :
  • Vielleicht kann man aus dünnem Papier (Einmal-)Schablonen schneiden, die man auflegt, um dann Farbe mit einem Pinsel "durchzustupfen", sollte ähnlich aussehen wie ein Brandzeichen.
  • Oder man graviert sich einen Miniaturstempel in Linoleum / Gummi / Kork? Das könnte sich rentieren bei Zeichen, die man öfter braucht, z.B. das DB-Symbol, "Zerbrechlich", "oben", usw.
  • Ich habe auch schon mit einem sehr spitzen mittelharten Bleistift was aufgemalt, setzt aber eine ruhige Hand und gute Augen voraus, so wie hier bei den "Pyramiden":

    Bild
  • Eine interessante Möglichkeit könnten auch "Lasertransfers" sein, also kleine Bildchen oder Symbole auf normalem Papier spiegelverkehrt ausdrucken. Die ausgeschnittenen Teile werden dann mit der Tonerschicht aufgelegt und von hinten mit Lösungsmittel benetzt. Danach mit einem harten Pinsel oder Gummistempel aufdrücken und das Papier abziehen. Meistens bleibt der Toner auf der Oberfläche haften... Eigentlich macht man das mit Wärme (Bügeleisen), aber das dürfte hier ausscheiden ;)
Bin gespannt, wie es weitergeht.

Viele Grüße 8-)
Michael
Helmut
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Re: Versuche zu Ladegütern

Beitrag von Helmut »

Hallo Michael,
danke für Deine Kommentare. Heute abend habe ich das erste Mal Bitmaps gedruckt. Entgegen Deiner Erfahrungen komme ich kaum rein (wird nicht dunkel) oder die Konturen sind nicht scharf. Aber da kann ich noch einiges an Parametern einstellen. Schaun mer mal.
Bei den üblichen Problemen des Lasercuts gebe ich Dir im Prinzip recht. Aber ich bin da noch am Ende. Etwas Farbe und Schmutz wirkt da Wunder. Die schwarzen Kanten werden aber wohl immer ein Problem bleiben :-(.

Gruß aus KerpeN
Helmut
Helmut
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Re: Versuche zu Ladegütern

Beitrag von Helmut »

Hallo,
@Michael, sieht toll aus, insbesondere die etwas ungleichmäßige Bauweise (im Gegensatz zum Laser). Da ich eher die moderne Bahn nachbilde,
finde ich die exakte Gravur bei mir dagegen gar nicht so schlimm. An Bedruckung und Farbgebung bin ich dran, habe aber noch nichts vorzeigbares, daher hier noch mal was anderes für zwischendurch vom Laser: eine Kabeltrommel. Auch hier fehlt noch Farbe und Patina.

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Gruß aus KerpeN
Helmut
MHAG
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Re: Versuche zu Ladegütern

Beitrag von MHAG »

Hallo Helmut,

die Rolle sieht auch gut aus :) Da paßt auch der dunkle Schnittrand. ;)

Eine einfache (und Laserzeit sparende) Idee :idea: :
Bevor Du laserst, mit einem feinen Bleistift oder sogar nur mit einem Skalpell die Bretterfugen auf dem Holz aufzeichnen (Maserung beachten :!: ), die sind dann nicht so dominant wie die gelaserten. Das so vorbereitete Holz dann nur der Form nach mit dem Laser ausschneiden, evtl. noch die Beschriftung oder die Trommellöcher lasern.
Die Verstärkungen würde ich von Hand schneiden aus Furnier oder Karton und einzeln aukleben, das wirkt natürlicher und "lebendig". Und das geht genauso schnell und einfach wie Gelasertes aufkleben (mit der Laserzeit inclusive wahrscheinlich sogar schneller ;) ).

Du weißt ja, ich kombiniere gern die verschiedenen Möglichkeiten :lol: für ein schnelles Ergebnis :mrgreen:

Viele Grüße 8-)
Michael
Helmut
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Re: Versuche zu Ladegütern

Beitrag von Helmut »

Hallo Michael,
danke für Deine Anregungen. Laserzeit ist für mich kaum ein Argument. Ich werfe das Ding an und mache dann etwas anderes, beispielsweise im Garten. Außerdem kann ich mit meinem Laser Vektorgrafiken verarbeiten, das reduziert den Zeitaufwand und erhöht die Präzision erheblich. Zeitaufwändig ist eher das digitale Zeichnen, dafür brauche ich das nur einmal machen, bzw. ich kann korrigieren und neu lasern. Und wenn es dann passt, kann ich eine Kleinserie (Kisten kann man immer gebrauchen) ohne viel Aufwand machen. Das sind für mich die großen Vorteile des Lasern. Lässt man extern lasern, sind die Kosten natürlich nicht unerheblich. Ich habe bei einem Werbemenschen vor 25 Jahren 50 DM/h bezahlt :( , das war mir damals zu teuer. Ein großer Nachteil ist, dass die dritte Dimension nur stiefmütterlich behandelt wird. Man kann mehrfach die gleiche Stelle lasern oder mit Geschwindigkeit oder Leistung spielen, aber der Effekt ist, sagen wir mal, suboptimal. Die Brennspuren sind sicherlich auch ein Problem, da sie gerne Durchschlagen. Auch die Präzision beim Zeichnen wirkt gerne etwas steril, das Thema hatten wir ja schon mehrfach. Da kann man aber sicherlich noch das Zeichnen optimieren. Mein Fazit, für mich immer noch eine sehr interessante Methode, die man optimieren muss und wo man noch viel spielen muss, auch in Kombination mit anderen Verfahren. Daher bleibe ich erst mal weiter beim Lasern und schaue mal, was das Anmalen bringt. Das Skalpell lasse ich noch aussen vor.

Gruß aus KerpeN
Helmut
MHAG
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Re: Versuche zu Ladegütern

Beitrag von MHAG »

Hallo Helmut,

ich dachte bei der Laserzeit eigentlich mehr an die Betriebsstunden des Lasers bzw. der Laserdiode, die sind ja leider endlich :| Und Ersatz ist nicht billig.

Bei den per Laser gravierten "Bretterlinien" hat man halt immer unmaßstäblich breite Striche, die am Objekt unharmonisch und überdimensioniert wirken. Im Original sind die Spalten maximal 1cm (eher weniger), dies wäre umgerechnet höchstens 0,06mm. Das läßt sich mit den Skalpellschnitten (und späterem Verschmutzen) besser erreichen. Wenn man vorher ein ganzes Brett mit den Schnitten (natürlich in Maser-Richtung!) versieht, bekommt man viele Kisten nach dem Lasern. ;)
Anders sieht es aus, wenn man "durchsichtige Wände" mit Lücken zwischen den Brettern haben will. Da kann man die Schnitte gut durchbrennen, danach braucht's halt eine Farbdusche ;) gegen die die Brandspuren.
Und sowas wie die Beschriftung oder "Verzierungen" (z.B. an der Kabeltrommel) sind per Laser bestimmt optimal -- solange nicht, wie bei meinen Versuchen, das Holz verduftet :evil:

Bin gespannt, welche Erkenntnisse hier noch zusammenkommen :shock: und freue mich drauf :lol: Vielleicht kann ich diese Woche auch wieder den Laser aufbauen...

Viele Grüße 8-)
Michael
Helmut
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Re: Versuche zu Ladegütern

Beitrag von Helmut »

Hallo,
nach einigen erfolglosen Versuchen zum Transfer einer Bedruckung mit Bügeleisen und Lösungsmitteln (Aceton und Lavendelöl) werde ich die Beschriftung wohl ganz konventionell mit Nassschiebebildern machen. Daher hier mal ein Fotos einer Kiste nach einer Bemalung.

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Gruß aus KerpeN
Helmut
MHAG
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Re: Versuche zu Ladegütern

Beitrag von MHAG »

Hallo Helmut,

WOW, die sieht aber gut aus! :shock: :D Die feinen Fugen wirken sehr natürlich, die wenigen braunen Kanten unterstreichen in dem Fall den "Gebrauchslook" sehr positiv.
Wie hast Du denn da alles gemacht?

Wegen Lösungsmittel: Aceton und Lavendelöl lösen Toner nicht richtig an, soweit ich weiß. Ich meine, dass man da Nitroverdünnung braucht. Da ich das auch gerne so machen würde, mache ich dafür bestimmt ebenfalls Versuche. Jedoch wurde das in dem Bericht damals an Kunststoffwänden (Werbung an Hauswänden) gemacht, die wurden wohl durch das Nitro angelöst und haben so vielleicht den Toner besser gehalten.
Irgendwann möchte ich auch versuchen, mir kleine Stempel zu lasern, ich habe noch etwas Linoleum gefunden ;) Allerdings stelle ich mir nach dem Lasern sowohl das Zurechtschneiden, am Griff befestigen und dann stempeln auch sehr spannend vor :mrgreen: :ugeek: :roll:

Viele Grüße 8-)
Michael
Helmut
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Re: Versuche zu Ladegütern

Beitrag von Helmut »

Hallo Michael,
ja, die Kisten haben durch den Anstrich eindeutig gewonnen. Mix aus Vallejo Airbrushfarben weiß, ocker und wood. Ohne Weiß war mir die Sache zu intensiv. Das Anmalen hat aber auch einen Nachteil zu Tage gebracht: Die dünnen Pappstreifen werden ganz schön wabbelig. Ich werde die Pappe also wohl grundieren müssen )-:.
Gestern habe ich noch THF ausprobiert, das scheint auf jeden Fall besser zu sein. Nitroverdünnung habe ich auch im Keller und das ist am WE dran.

Gruß aus KerpeN
Helmut
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