Antrieb für Formsignale

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MHAG
Beiträge: 2863
Registriert: 21 Jan 2019, 01:09

Re: Antrieb für Formsignale

Beitrag von MHAG »

Hallo Wolfgang,

im Gegensatz zu den Weichenantrieben ist bei den Signalen so ein Präzisionsantrieb wahrscheinlich besser, da es hier ja vor allem auf das Aussehen und die Wirkung ankommt, weniger auf die mechanische Funktion (Stichwort "anliegende Zungen"). Und die einigermaßen robusten Weichen brauchen deutlich größere Kräfte als die zarten Signale.
Deshalb sehe ich die Kulissenmechanik als "Dolmetscher" zwischen der "Kraftquelle" (Servo, Motor, Spulen, Handantrieb etc. = ungenau, aber stark) und der "Anzeige" (die Signalflügel etc. = exakt, aber empfindlich bei zuviel Krafteinwirkung).
Was auch noch dazukommt: Manche Antriebe sind beim Einschalten oder in Fehlersituationen "amok-fähig" (mir fällt kein besserer Begriff ein :roll: ), sowas würde die Signale wahrscheinlich zerstören. Auch dafür ist der "Dolmetscher" zuständig, um so etwas abzufangen; der muss so robust sein, dass er dadurch weder Schaden nimmt noch schädliches weitergibt.

Wie gesagt: Das sind noch theoretische Überlegungen, das Experimentieren beginnt erst ... demnächst ... irgendwann :mrgreen:

Viele Grüße 8-)
Michael
111er Fredi

Re: Antrieb für Formsignale

Beitrag von 111er Fredi »

Servus zusammen,

vor 50 (!) Jahren stand die Signalisierung meiner alten Anlage bevor. Wir erinnern uns (vielleicht noch):
1976 gab es zwar Formsignale von Brawa, Fleischmann und Minitrix, allesamt jedoch nur einflügelig. Vom Vorbild her wusste ich, dass Einfahrsignale zwei Flügel haben müssen, wenn danach mindestens eine Weiche krumm befahren wird. Mein Vater, ein begnadeter Werkzeugmacher und damaliger Mentor, schlug vor, diese Signale doch selbst zu bauen. Als Baumuster für die Mechanik stand uns ein ungekoppeltes, zweiflügeliges Hauptsignal von Märklin zur Verfügung, welches wir schamlos in 1:160 kopierten. Als Mast verwendeten wir Vollmessing 2 x 3 mm, das gerade auf Lager war, ergänzt um eingesetzte Leitersprossen, die allerdings vorbildfrei waren. Nach einigen Prototypen stand die Bauart des Antriebs fest. Wir wickelten eine Doppelspule mit je 12 m CuLa Spulendraht 0,1 mm um selbst gedrehte Plastikrohlinge in denen ein Eisenkern bei kurzem Stromfluss für horizontale Bewegung sorgte, die über einen Umlenkhebel in horizontale Bewegung der Flügel umgewandelt wurde. Kleinstglühbirnen mit farbigen Laternenblenden ließen die richtigen Nachtzeichen bei Dunkelheit sichtbar werden. Für die Feinjustierung der korrekten Stellung der Signalflügel gab es Regulierungsschrauben, die den Weg des Eisenkerns in der Spule begrenzten. Arbeitsspannung war 16 V AC, die geregelt durch Vorwiderstände eine relativ langsame Bewegung der Mechanik erlaubte. Alle 11 gebauten Signale haben klaglos bis zum Abbau der Anlage im Jahr 2015 ihre Funktion erfüllt.
Obwohl Selbstbausignale heutzutage viel filigraner herstellbar wären, würde ich mich dieser Mühe nicht mehr unterziehen, haben wir doch von Viessman brauchbare Formsignale zur Verfügung, die ich aktuell auch im Einsatz habe. Die oben beschriebenen Selbstbausignale und -antriebe sind nur noch eine schöne Erinnerung an eine ganz andere Modellbahnzeit (und meinen Papa).

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Gesamtansicht eines Signals. Die große Höhe ergibt sich aus der Dicke des Anlagenunterbaus

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Nachtzeichen mit noch relativ großen Kleinstglühbirnen. Kein Vergleich zu heutigen Micro LED

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Antrieb mit Doppelspule, Eisenkern und Umlenkhebel

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Und so sah das eingebaut von hinten...

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...und von vorne auf der Anlage aus

Beste Grüße
Alfred
MHAG
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Re: Antrieb für Formsignale

Beitrag von MHAG »

Hallo Alfred,

"für damalige Verhältnisse" ;) sieht das doch super aus! :D Das Störendste daran sind die Glühbirnen, aber damals gab es halt nichts anderes bezahlbares.
Aber der Antrieb ist toll, und sinnvoll auch noch selbstgemacht! :) Gefällt mir gut! Und hat mich zum Nachdenken gebracht für mich... :geek:
Wegen Selbstbau:
Auch wenn ich zwischenzeitlich viele Signalbausätze "gehortet" habe, brauche ich mehrere Zweiflüglige -- die muss ich mir wohl aus solchen Bausätzen basteln. Passende Vorsignale sind leider auch eher selten :cry: Und mir schweben im Nebenbahnhof Bayerische Ruhe-Halt-Signale vor, die gibt's nur selbstgebaut :| Dafür braucht's dann einen besonderen Antrieb, wie anfangs hier beschrieben.

Viele Grüße 8-)
Michael
LAG-Isartalbahn
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Re: Antrieb für Formsignale

Beitrag von LAG-Isartalbahn »

Hallo Michael,

ich bin zwar noch weit weg vom Thema Signale auf der Anlage, aber beschäftige mich immer wieder damit. Leider bin ich bis jetzt noch auf kein Formsignal (ob fertig oder Bausatz) für Länderbahnzeit gestoßen. Es wurden nur Flügel in bayerischer Bauart gefunden.

Für dein Problem der Betätigung würde ich vorschlagen schaue Dir den Weichenantrieb mit Laternendrehung von H0fine an. Vielleicht gibt es da eine Lösung für dich. Von mir werden sie als Weichenantrieb für Peco Weichen verwendet und die ersten "Versuche" sind sehr gut.

Schöne Grüße
Eduard
MHAG
Beiträge: 2863
Registriert: 21 Jan 2019, 01:09

Re: Antrieb für Formsignale

Beitrag von MHAG »

Hallo Eduard,

für die Bayerischen Ruhe-Halt-Signale braucht man aber 3 (Hp0, Hp1, HpRu) oder 4 Positionen (mit Hp2), ein Weichenantrieb kann nur 2...
Ein Servo müsste also eine spezielle Ansteuerung bekommen, damit das klappt. Vielleicht könnte sowas wie die Steuerung der Waggondrehscheibe brauchbar sein; habe ich noch nicht untersucht. Oder was eigenes ;)
Aber das dauert sicher noch einige Zeit, bis ich soweit bin. Rechtzeitiges Nachdenken schadet dem Projekt aber bestimmt nicht :mrgreen:

Viele Grüße 8-)
Michael
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