Von Klingsiel nach Stenkelfeld - Anlagenvorstellung

Hier dreht sich alles um die Modellbahn
Hans-Werner
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Registriert: 17 Jan 2019, 20:43

Re: Von Klingsiel nach Stenkelfeld - Anlagenvorstellung

Beitrag von Hans-Werner »

Klasse Jörg,
sehr stimmige Anlage und ein großes Umfeld zum Betätigen.
Da macht das Fahren bestimmt viel Spaß.
Deine Fotos sind super und es können noch viel mehr kommen.
Gruß
Hans-Werner
Jörg D
Beiträge: 44
Registriert: 19 Jan 2022, 08:00

Re: Von Klingsiel nach Stenkelfeld - Anlagenvorstellung

Beitrag von Jörg D »

Moin zusammen!

Erstmal Danke für all Eure tollen Rückmeldungen. Freut mich sehr, wenn die Anlage Euch gefällt.

Noch zum Thema Ersatzschlüssel für die Anschlussstelle:
Ja, es gibt einen Ersatzschlüssel, der an einem sicheren Ort verwahrt wird.
Wenn das nicht hilft, dann muss ich bei meinen LST-Bedarf-Händler (= Baumarkt) Ersatz besorgen.
ich hatte schon mal den Fall, dass meine Tochter als Lokführerin den Schlüssel in die Hosentasche gesteckt hatte und nach der Bedienungsfahrt verschwunden ist...

Der eigentliche Streckenschlüssel für die Bedienung der Awanst ist beim Fahrdienstleiter Klingsiel hinterlegt.
Fahrten auf der Strecke Höcklage-Klingsiel dürfen nur stattfinden, wenn der Schlüssel bei Fdl in Klingsiel vorhanden ist, ansonsten ist die Strecke gesperrt. Daher spricht man bei Bedienungsfahrten zu Anschlussstellen auch von Sperrfahrten, die zu ihrem Ausgangsbahnhof zurückkehren und nicht zum nächsten Bahnhof fahren.

Bei mir können Sperrfahrten noch zusätzlich in den Anschlussgleisen eingeschlossen werden. Dazu muss das Zugpersonal dann die Weiche wieder in Grundstellung bringen und den Schlüssel abziehen. Der Fahrdienstleiter in Klingsiel wird dann fernmündlich über den Einschluss informiert und kann wieder Zugfahrten zulassen.
Damit hat die Anschlussstelle betrieblich die Funktion einer Ausweich-Anschlussstelle (Awanst).
Bei mir fehlen nur leider die zugehörigen Flankenschutzelemente in den Anschlussgleisen. Aber es wird noch Atrappen von Gleissperren geben.
Das Gleis ist bei Grundstellung der Weiche stromlos, sodass dort auch eine Lok abgestellt werden kann.

Schönes Wochenende!
Jörg D
MHAG
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Registriert: 21 Jan 2019, 01:09

Re: Von Klingsiel nach Stenkelfeld - Anlagenvorstellung

Beitrag von MHAG »

Hallo Jörg,

mir gefällt die Anlage auch :-D
Auf den Bildern kommt eine gewisse Weite zum Tragen, die sehr natürlich wirkt, wie z.B. größere gepflasterte Bereiche, auf denen ein LKW tatsächlich wenden kann. Auch, dass neben den Strecken erst mal "nix" ist und die Natur ihren Platz bekommt, wirkt auf mich sehr angenehm.
Gespannt bin ich auf Bilder der Stadt und vom BW ;-)

Viele Grüße 8-)
Michael
InterCargo
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Registriert: 17 Jan 2019, 11:47

Frage zur Awanst Hachmannsfeld

Beitrag von InterCargo »

Hallo Jörg,

sehr interessant finde ich die verschließbaren Handweichen. So etwas spukt mir auch für ein bestimmtes Modul auf der Strecke im Kopf herum.

Du verwendest vermutlich einfache Möbelschlösser aus dem Baumarkt und eine mechanische Gestängemimik, um die Weichen umzustellen. Kannst du vielleicht bei Gelegenheit mal fotografieren, wie du das mit dem Schloss und dem Gestänge unten im Modul gebaut hast :?:

Freundlich grüßt

der

InterCargo
TheCircle
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Re: Von Klingsiel nach Stenkelfeld - Anlagenvorstellung

Beitrag von TheCircle »

Hallo Jörg,

der Brückenbereich gefällt mir besonders gut.
Gruß Andreas
Jörg D
Beiträge: 44
Registriert: 19 Jan 2022, 08:00

Re: Von Klingsiel nach Stenkelfeld - Anlagenvorstellung

Beitrag von Jörg D »

Moin!

Aufgrund der Nachfragen zur Schlüsselsperre in der Awanst habe ich hier mal ein paar Fotos aus der Bauphase.

Der Weichenantrieb ist ein Miniatur-Kippschalter, dessen Knebel ich mit einem Messinrohr verlängert habe. In die Verlängerung habe ich ein kleineres Rohr eingelötet als Führung für den Stelldraht. Die Weiche selbst wird dann mit einem zur Stellkurbel abgewinkelten Messingdraht gestellt.
Bild

Das Schloss für die Schlüsselsperre ist ein ganz einfaches Schrank bzw. Schubladenschloss aus dem Baumarkt
Bild
Bild

Eingebaut habe ich das Schloss und die Stellstange in eine versenkt eingebaute Nische. Für das Schlüsselloch habe ich passend eine Öffnung in das Holzbrett gebohrt/gefräst.
Bild

Auf der Innenseite der Nische gibt es 2 Führungen in Form ca 2cm langer Messingrohre.
In die Führungen sind Messingrohre kleineren Durchmessers eingeführt. Eine mittig für die Stellstange zur Weiche und eine kürzere außermittig für das Schließblech. Die Stellstange ist gegenüber von der Bedieneinrichtung in einer weiteren Führung gelagtert.
Bild

Die Grundstellung der Stellstange ist von außen am Modul betrachtet eingeschoben. Dann liegt das Schließblech innerhalb des Schlosses und die Lasche vom Schloss ist ausgefahren. Damit lässt sich die Stellstange nicht bewegen und die Weiche ist in Grundstellung verschlossen.
Damit die Weiche bedienbar wird, muss das Schloss umgeschlossen werden, die Lasche vom Schloss wird eingefahren und die Stellstange mit Schließblech kann über das Schloss gezogen werden.
Bild
Ein wichtiger Trick ist jetzt noch, dass der Schlüssel nicht vollständig durchgedreht werden. Beim Schrankschloss ist es ja üblich, dass der Schlüssel in beiden Stellungen abgezogen werden kann.
Dazu wird eine kleine Schraube in das Schloss gedreht kurz vor Erreichen der "Abzugsstellung" des Schlüssels. Der Schlüssel kann also nicht mehr um 360° gedreht werden, sondern nur um ca 300°. Das reicht aber zum Ein- und Ausfahren der Lasche völlig aus.
Wird der Schlüssel jetzt bis an den Anschlag gedreht, lässt er sich nicht mehr abziehen.
Wird dann die Stellstange der Weiche gezogen, schiebt sich das Schließblech über die Lasche vom Schloss. Versucht man dann den Schlüssel zurückzudrehen, drückt die Lasche dann gegen das Schließblech. Der Schlüssel lässt sich dann nicht mehr zurückdrehen, sondern er ist blockiert und kann nicht mehr abgezogen werden.
Die Weiche muss erst wieder in Grundstellung gebracht werden, dann kann der Schlüssel zurückgedreht und abgezogen werden. Die Weiche ist dann wieder verschlossen.

Von außen sieht es dann so aus:
Bild

Und nun viel Spaß beim Nachbau!

Gruß
Jörg D
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alsimera
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Re: Von Klingsiel nach Stenkelfeld - Anlagenvorstellung

Beitrag von alsimera »

Hallo Jörg,

toll gemacht, mega aufwendig, aber auch maximal sicher. Klasse Lösung für das Problem, vor allem wie verhindert wird, dass der Schlüssel abgezogen wird.
Das werde ich mir auf jeden Fall merken, für meine Module, wenn es dann mal so weit ist.

Gruß Ralph
scabaNga
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Re: Von Klingsiel nach Stenkelfeld - Anlagenvorstellung

Beitrag von scabaNga »

Hallo Jörg,

super gelöst ... einfach aber effektiv und mit viel Grips und Kreativität! (Daumen hoch!)

Allerdings bei den ca. 50 Weichen meiner Anlage kaum einsetzbar ... da nehm ich dann doch lieber TC :P

Viele Grüße
Mike
5qm U im Bau, ca. 100m Gleislänge, MTX und Peco Code 80
Zentrale RMX7950usb; Steuerung TC10B2 Gold
Fahren SX1, SX2, DCC; Schalten & Melden SLX
Baubericht: viewtopic.php?t=296
Jörg D
Beiträge: 44
Registriert: 19 Jan 2022, 08:00

Re: Von Klingsiel nach Stenkelfeld - Anlagenvorstellung

Beitrag von Jörg D »

Moin Mike!

Solche Schlüsselsperren werden ja in der Realität i. d. R. nur bei unbesetzten Betriebsstellen wie z. B. bei meiner Awanst eingesetzt, damit niemand "einfach so" die Weiche ins Anschlussgleis stellen kann, während ein Zug mit 120 km/h darauf zu fährt.

Da die Anschlusstelle zu weit vom nächsten Bahnhof mit Stellwerk entfernt ist, um von diesem direkt mitbedient zu werden, nutzt man den Schlüssel. Ist der Schlüssel nicht im Stellwerk vorhanden, ist die Strecke für Zugfahrten gesperrt.

Bei moderneren Stellwerktechniken (Relais oder ESTW) hängt der Schlüssel dann nicht mehr im Stellwerk selbst sondern in einer elektischen Schlüsselsperre an der Anschlussweiche. Der Fahrdienstleiter kann den Schlüssel dann von Ferne freigeben und das Zugpersonal kann dann die Weiche aufschließen.
Es gibt dann meist auch noch Folgeabhängigkeiten, z. B.:
- der Schlüssel gibt eine Gleissperre frei. Erst nach Umstellen der Gleissperre wird ein zweiter Schlüssel für die Weiche freigegeben.
- Mit dem zweiten Schlüssel kann dann die Weiche aufgeschlossen und umgestellt werden
Nach Befahren geht es dann umgekehrt:
- Erst die Weiche in Grundstellung bringen, Schlüssel für die Gleissperre wird frei.
- Gleissperre mit Schlüssel aufschließen, auflegen, dann wird der erste Schlüssel wieder frei und der zweite ist eingeschlossen.
- Den ersten Schlüssel wieder in die Schlüsselsperre einstecken und umdrehen. Damit ist er dann vom Stellwerk dort eingeschlossen und für den Fahrdienstleiter ist die Strecke wieder frei

Ein Bild eines solchen Schlüsselwerks mit Folgeabhängigkeiten hat InterCargo ein paar Beiträge weiter vorne schon mal gepostet.
Für mein Modul wäre das dann aber doch etwas zu viel des Guten...

Gruß
Jörg D
InterCargo
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Registriert: 17 Jan 2019, 11:47

Re: Von Klingsiel nach Stenkelfeld - Anlagenvorstellung

Beitrag von InterCargo »

Hallo Jörg,

herzlichen Dank für deine Bilder und die tolle Beschreibung deiner Schlüsselabhängigkeit ;) Ich freue mich schon darauf, dass für ein Modul meiner eingleisigen Strecke nachzubauen, wo ich ebenfalls eine Awanst gestalten will.

Momentan habe ich aber noch mit meinem kleinen Bahnhofsprojekt genug zu tun ... :mrgreen:

Ergänzend zu deinen Erklärungen, hier zwei Bilder vom Vorbild.

In einer Awanst ist der Schlüssel, um in die Betriebsstelle hineinfahren zu können, in einem F-Kasten in der Nähe eines Schutzstumpfgleises untergebracht.

Bild

Zwischen dem zuständigen Fahrdienstleiterstellwerk und dem F-Kasten besteht eine Kabelverbindung, um die sog. "Schlüsselsperre" anzusteuern.

Öffnet man den F-Kasten erkennt man die sog. Schlüsselsperre. Es gibt eine Taste Anf T = Anforderungstaste und eine Fg T = Freigabetaste. Anhand der Beschilderung ist ersichtlich, dass es sich um die Schlüsselsperre 500 für die beiden mechanisch ortsgestellten Weichen 500 und 501 handelt.

Bild

Wie gesagt, die Schlüssel, um die Weichen 500 und 501 aufzuschließen und umzustellen, wird vom zuständigen Fdl freigegeben. Während der Schlüssel freigegeben ist, kann das Gleis nicht mit anderen Zügen befahren werden, da in der Awanst rangiert wird.

Ist das Rangieren beendet - oder bleibt die Fahrt im Anschluss, kann der Schlüssel wieder festgeblockt werden - und - nach der Prüfung von bestimmten betrieblichen Voraussetzungen - das Streckengleis für den Zugverkehr wieder freigegeben werden.

Freundlich grüßt

der

InterCargo
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