Erfahrungen mit 3D-Resindruck

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Re: Erfahrungen mit 3D-Resindruck

von N-Wolfgang » 09 Aug 2025, 12:05

MoiN zusammeN,

um wieder zurück zum Resindruck zu kommen:

Ein Kritikpunkt von mir waren ja die für jeden mechanischen Gebrauch nicht günstigen Eigenschaften der Resin-Oberflächen. Was natürlich sehr schade ist, denn ich wüßte jetzt kein anderes Verfahren, mit dem man so Teile wie z.B. das Görlitz III Drehgestell in dieser Qualität hinbekommt.

Vielleicht lässt sich da ja tatsächlich etwas tricksen, indem man die Teile vernickelt. Dann sind die Oberflächen schonmal metallisch und damit verschleißfester als das blanke Resin. Wie dauerhaft das ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt, die Schichtdicken sind ja nur hauchdünn im 1/100stel Bereich. Andererseits haben wir ja auch keine wirklich hohen Beanspruchungen vorliegen. Aber das kommt auf einen (Dauer-)Versuch an.

Als weitere Nutzungsmöglichkeiten fallen mir ein: Zahnradgetriebe. Der Resindrucker ist ja durchaus fähig, geometrisch brauchbare Verzahnungen mit dem bei N-Bahnen gebräuchlichen 0,3er Modul auszudrucken. Das wäre wahrscheinlich, was die Beanspruchungen betrifft, noch mal einen auf die Spitzenlagerung der Achsen draufgesetzt. Aber ein guter Kandidat für Dauerversuche und Vergleiche.

Die Oberfläche wird durch das Galvanisieren elektrisch leitend. Das wäre vielleicht in Verbindung mit einseitig isolierten Radsätzen eine gute Gelegenheit für die Stromabnahme für eine Wageninnenbeleuchtung, zumindest bei Fahrzeugen mit zwei Drehgestellen.

Also, lange Rede kurzer Sinn. Ich habe mir gerade mal die hierfür erforderliche Chemie bestellt. Einen Versuch ist es allemal wert. Und bekanntlich macht ja nur Versuch kluch.

Re: Erfahrungen mit 3D-Resindruck

von N-Wolfgang » 09 Aug 2025, 01:19

Hallo Otto,

sie ist digitalisiert und fährt an einer Intellibox.

Re: Erfahrungen mit 3D-Resindruck

von arnold160 » 08 Aug 2025, 17:44

Moin
Die läuft wirklich wunderbar. Welches Fahrgerät hast du da verwendet?
Gruß Otto

Re: Erfahrungen mit 3D-Resindruck

von Nobby1965 » 08 Aug 2025, 17:33

Danke - coole Sache

Re: Erfahrungen mit 3D-Resindruck

von N-Wolfgang » 08 Aug 2025, 16:09

Hi Norbert,

nee, ist kein kompletter Eigenbau.

Es ist, wie geschrieben eine Dampflok der Baureihe 10 von Atlas/Rivarossi, der ich - neben Dekoder und LED-Beleuchtung - ein neues Gehäuse und einen neuen Motor spendiert habe. Ohne Gehäuse sieht die Lok so aus:

https://www.youtube.com/watch?v=wINoCVnWB9A

(Ich muss da immer ein wenig an den Terminator denken ….). Die Lokomotive stammt aus den 70er Jahren und hatte ein Monstrum von Motor mit einer mächtigen Kupplung eingebaut, der weit nach hinten über den Rahmen herausstand und die ganze Lok verunstaltete und obendrein lausige Fahreigenschaften hatte. Mein Exemplar fuhr gar nicht und lag deswegen gute 10 Jahre in der Schublade, ohne dass ich etwas rechtes damit anzufangen gewusst hätte.

Einen Vorteil hatte der Motordino natürlich. In den Bauraum für die ehemalige Kupplung hat bequem der Glockenankermotor und anstelle des alten Motors eine große Schwungmasse hereingepasst. Und ich denke, sie fährt sehr ordentlich damit.

Das Gehäuse stammt eigentlich aus einem ganz anderen Projekt für eine HO-Lokomotive. Es gehört eigentlich zu einer Piko-Lok aus den 50er Jahren, die ein Freund gerne verlängern und umbauen wollte, ohne das Original zu zersägen. Also hatte ich das geometrisch ziemlich simple Original für ihn nachkonstruiert und ausgedruckt, und dann eben auch mal spaßenshalber auf Spur N runterskaliert. Und siehe da - das Gehäuse sah eigentlich gar nicht schlecht aus und es passte zufällig genau auf diese Lok.

Es ist zwar jetzt noch etliche Male überarbeitet und verfeinert worden, aber im Kern ließe es sich so immernoch so aus dem alten Piko-Gäuse nachbauen, den falschen Maßstab mal außer Acht gelassen.

Also, ein etwas durchgeknalltes und verrücktes Projekt. Sowas mag ich …

Re: Erfahrungen mit 3D-Resindruck

von Nobby1965 » 08 Aug 2025, 13:00

Hallo Wolfgang,

Ich verstehe das richtig, die blaue Lok auf dem letzten Bild hast du komplett selbst gemacht, also Gehäuse und Innenleben, etc.?

Re: Erfahrungen mit 3D-Resindruck

von N-Wolfgang » 08 Aug 2025, 09:42

GuteN MorgeN,

da waren ja noch ein paar Fragen offen:

Also, die Güterwagen waren in FDM-Druck. Ich hatte sie, als ich beim letzten Mal an einem Fahrtag dabei war, mitgebracht, und da liefen sie noch einwandfrei. Sie machten allerdings etwas Ärger mit den Kupplungen. Die Peho-Kurzkupplungskulissen sind wohl eher für starre Kupplungsstangen als für die normale N-Kupplung gedacht. Ist aber nicht das Thema.

Bei diesen Modellen sind die Achslager separate Bauteile, die von oben durch entsprechende Ausnehmung in die Bodenplatte gesteckt und verklebt wurden. Durch diese Bauart ließen sich auch die Peho-Lagerhülsen korrektissimo einbauen. Es war, wie gesagt, FDM-Druck, Werkstoff war PLA.

Ich hatte die Wagen nach dem Fahrtag für rund 1 Jahr nicht mehr in der Hand gehabt, und danach liefen sie schwergängig. Ein paar einzelne Wagenböden waren auch noch vorhanden, und die hatten sich in Längsrichtung ein wenig nach oben durchgewölbt. Die Wagenböden waren auf ihren Oberseiten plan, auf der Unterseite waren die Rahmenbleche und die Bremsanlage angedeutet. Mir erschien damit durchaus plausibel, dass, wenn überhaupt ein Verzug auftritt, er wegen dieser Ungleichförmigkeit zwischen oben und unten in genau dieser Form erfolgt.

Ich bin dem allerdings nicht weiter nachgegangen, weil ich mir zu dieser Zeit einen SLA-Drucker (Phrozen) zugegelegt hatte, der einfach, was die modellmäßige Ausführung betrifft um Welten besser war. Und natürlich waren die Güterwagen gleich das erste größere Objekt der Versuche. Die Achslager und die Spitzenlagerung für die Achsen hatte ich beim SLA-Druck gleich mit angeformt, um irgendwelche Einflüsse aus der ungenauen Verklebung zu vermeiden.

Die Erfahrungen waren jedoch ähnlich wie beim FDM, nur dass der Verzug schon nach ein paar Tagen einsetzte. Oder die Teile gleich verzogen aus der UV-Belichtung herauskamen. Ich habe jedenfalls zu keiner Zeit ein Güterwagenfahrgestell herausbekommen, dass über einen längeren Zeitraum vernünftig lief. Spätestens nach einem Tag lief alles schecht, wobei verblüffenderweise es auch kein richtiges Ergebnis brachte, die Abstände der Achslager zu variieren.

Vor einem Jahr dann hatte ich die Görlitz III Drehgestelle im Resindruck erstellt. Hier hatte ich eine recht lange Versuchsreihe mit verschiedenen Abständen und Ausführungen der Spitzenlagerungen gemacht. Einige Ausführungen liefen besser als gekaufte Minitrix-Wagen. Also dachte ich schon, das Problem gelöst zu haben.

Allerdings: Übertragen auf den Güterwagen, hat sich auch diese Ausführung nicht bewährt. Und die Drehgestelle, die damals bei den Abrollversuchen so glänzend abgeschnitten hatten, laufen zwar heute immernoch halbwegs passabel, aber längst nicht mehr so gut wie vorher.

Durchaus möglich, dass sich PLA durch Feuchtigkeitsaufnahme verzieht. Beim Resin dürfte wohl eher die Chemie nicht so schnell wie wünschenswert zur Ruhe kommen.

Allerdings habe ich das Aushärten im UV-Licht auch nicht als Raketenwissenschaft betrieben. Ich müsste vielleicht mal bei einer größeren Menge Drehgestelle die Belichtungsdauer variieren und den Lagerabstand mit der Mikrometerschraube vermessen. Vielleicht zeigt sich da ja ein Optimum. Wobei die Frage bleibt, wie reproduzierbar das dann ist. Wenn Herstellcharge oder Alterung des Resins einen großen Einfluss haben, dann dürfte das ziemlich für die Katz sein. Und man kann sich auch totmessen und -prüfen und hat dann eben eine Zündholzfabrik mit 100% Endprüfung.

Falls die Chemie im Resin vom Außenlicht getriggert wird, wäre es vielleicht auch sinnvoll, die Teile schnellstmöglich zu lackieren? Die Drehgestelle sind zum Beispiel noch blank …

Ansonsten hätte ich noch eine Karte im Ärmel: Ich kann seit Kurzem Radreifen vernickeln. Mit bisher guten Erfolgen. Es müsste ja auch möglich sein, die Druckteile mit Kupferleitlack zu beschichten und dann zu vernickeln. Zumindest wären dann die Oberflächen in der Spitzenlagerung aus einem vernünftigen, verschleißfesteren Werkstoff und damit auch nicht mehr sooo empfindlich gegen Verspannen der Lager.

Fragen über Fragen … (und wieder mal fühle ich mich etwas angep… über den Verzug im Sperrholz und die daraus resultierenden Probleme. Es gäbe wirklich interessanteres als diesen Mist!)

LG
Wolfgang

P.S.: Ganz vergessen: Hier noch zwei Bilder von Drehgestell und dem Güterwagen (letzterer in Resin):

Bild

Es handelt sich um ein Jakobs-Drehgestell mit Einstiegsbereich für einen fiktiven Doppelstock-Gliederzug aus den dreißiger Jahren.

Bild

... und, was noch zu erwähren wäre: Der Güterwagen besteht mittlerweile aus nur noch zwei Druckteilen. Fahrwerk und Wagenkasten sind einteilig und dann kommt noch das Dach hinzu. Damit wäre zwar vermieden, dass sich der Wagen als ganzes durchbiegt, aber die Radlager als gewissermaßen daraus "abstehende Ohren" haben da immernoch gewisse Freiheitsgrade.

Ach, und wenn ich schon in der Bilderkiste wühle: Natürlich gibt es auch gelungene Projekte in Resin:

Bild

Hier ist es das Stromliniengehäuse einer fiktiven Dampflok, die so ausgesehen hätte, wenn die Erbauer der BR 10 die Entwicklungslinie der DRG weiter verfolgt hätten. Diese Lok ist die berühmte, aber leider völlig in Vergessenheit geratene 09 001, die ein Einzelstück blieb und schon viel von der Technik der BR 10 vorwegnahm. Den Tender zum Beispiel. Kein Wunder - im Inneren werkelt ja auch eine Atlas BR 10, aufgepeppt mit Glockenankermotor. Sie ist fast fertig - es fehlen nur noch die Zierlinien auf dem Tender und die Lokschilder. Die sind aber schon da. Könnte ich nächste Woche eigentlich mal fertig machen.

Re: Erfahrungen mit 3D-Resindruck

von Helmut » 03 Aug 2025, 12:20

Hallo,
@Wolfgang, hast Du FDM- oder Resindruck genutzt. PLA kann afair 1% Wasser absorbieren. Möglicherweise der Grund für den Verzug. Ansonsten kannst Du mir mal sagen, über welchen Zeitraum wir für die Veränderung reden. Ich würde das gerne bei mir an einem einfachen Modell mal nachstellen, da vieles von dem Resin, der Belichtung, dem Aushärten und der Waschprozedur abhängt. Wenn das auch bei mir der Fall ist, dürfte Peho suboptimal sein.

@Mhag, wie schon gesagt, ich tendiere zu einem Materialmix. Brüchige oder besser spröde Modelle kenne ich auch, sowohl kommerziell wie auch bei eigenen Modellen. Man muss das Modell nur schieg ansehen und schon bricht etwas ab. Grund ist in meinen Augen eine zu hohe Vernetzung (zu lange Belichtungsdauer) beim Druck oder bei der Nachbelichtung. Hier kann es helfen, nach Erreichen der gewünschten Festigkeit das Modell zu grundieren um eine weitere Polymerisation zu verhindern. Klebrige Modelle deuten unzureichende Waschschritte hin. Nichtvernetztes bzw. untervernetztes Material sitzt noch auf der Oberfläche und klebt halt. Nochmal waschen (Isoprobanol), belichten (erhöht die Sprödigkeit) oder Grundieren kann da Abhilfe bringen. Aber wie immer: ohne Gewähr.

Gruß aus KerpeN
Helmut

Re: Erfahrungen mit 3D-Resindruck

von MHAG » 02 Aug 2025, 19:39

Hallo Wolfgang,

ich verstehe, danke.
Könnte es sein, dass das Druckmaterial durch Luftfeuchtigkeit aufquillt und deshalb die Achsen einklemmt? Ich meine, mal sowas zum 3D-Material gelesen zu haben...
Dann wäre die Kombination mit dem Metallteil , das mit Spiel in das 3D-Material eingepasst wird, vielleicht eine Lösung.

Viele Grüße 8-)
Michael

Re: Erfahrungen mit 3D-Resindruck

von N-Wolfgang » 02 Aug 2025, 16:30

Hallo Michael,

die Erfahrung stammt aus meinen ersten Selbstbauten im FDM-Druck. Hier waren die Achslager separate Bauteile, in die die Peho-Buchsen optimal eingesetzt werden konnten, ohne, dass man vorher um die Ecke irgendwas ausbohren mussten. Die Wagen liefen auch völlig tadellos, nach ein paar Monaten nicht mehr. Ich hatte dann versucht, das nachzuvollziehen und festgestellt, dass die Achsen auch in Peho-Buchsen schwergängig werden, wenn sie nicht mit leichtem Spiel, sondern mit Vorspannung in den Buchsen sitzen. Insofern sind die Peho-Buchsen eine tolle Sache, aber Maßfehler im Lagerabstand können sie nicht ausgleichen.

LG,
Wolfgang

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