Hallo zusammeN,
nach bilderhosterbedingter Pause, für die der Bilderhoster wahrscheinlich noch nicht mal etwas konnte, kanns jetzt wieder ein bisschen weiter gehen.
Ich war bei der von der Seite einsehbaren Paradestrecke. Und wollte ein paar Bilder davon zeigen.
Die Bauhöhe ist hier nur relativ gering. Deshalb habe ich das Gelände in diesem Bereich auch gleich begrünt. Richtig Pflanzen sind noch keine drauf, damit ich beim Weiterbauen nichts kaputt mache, die Gewächse dafür grünen aber schon.
Nach einiger Fahrt am Berghang entlang schwenkt dann die Lauer ins Bild und macht einige wilde Kurven um ein kleines Mittelgebirgsmassiv herum. Die Bahnstrecke überquert den Fluss in einer kühnen Brücke und verschwindet dann wieder im Tunnel.
Nun ja. Das Mittelgebirge, das die Gleiswendel verdecken wird, und überhaupt die rechte Uferlinie muss man sich noch vorstellen. Die Brücke ist eine Eigenentwicklung, aus Karton und Finnpappe gelasert. Die Anlage spielt ja in den Fünfzigern, da hat die Brücke auch noch ihr mit Ornamenten versehenes Geländer, wie es um die Zeit als sie gebaut wurde (1905) modern war. Am Flussufer der Lauer stehen als Naturdenkmal auch die weithin berühmten Internsteine. Was da hinter der Lokomotive aufragt, ist eine abstrakte Testversion der langen Lukretia, die nicht nur eindrucksvoller Fotohintergrund ist, sondern auch gnädig verdeckt, dass die Lauer hinter hier immer schmaler wird und schließlich verschwindet, bevor sie die Gleiswendel flutet.
Kleine Randbemerkung: Die Gestaltung von Brücke, Stützmauer und Landschaft und insbesondere das Bäume bauen hat mir sehr viel Spaß gemacht. Also, ich brauche diesen Heckmeck mit der leider notwendigen Weiterentwicklung des Weichenantriebs nun wirklich nicht - das Sch...ding hätte wegen mir gerne auch richtig funzen können.
Bevor wir jetzt endgültig entlang der Gleiswendel in die Unterwelt verschwinden, komme ich nochmal zurück zum Bahnhof Lauertal-Zollhaus. Fast hätte ich vergessen, dass sich unter den Gleisen, die sich am oberen Rand um das Bahnbetriebswerk herumwinden, auch die eingleisige Nebenstrecke nach Zepfenfeld befindet.
Und, nicht weit vom großen DB-Bahnhof entfernt liegt im Norden noch der Endbahnhof einer etwas verträumten Lokalbahn.
So etwas heißt im gehobenen Amtsdeutsch "Sekundärbahn", was natürlich eine willkommene Gelegenheit ist, die neben dem Empfangsgebäude liegende Kneipe "Zur Seku" zu nennen. Jeder Ortsfremde hört das natürlich mit einem zweiten "e" und einem "h" darin und wundert sich über den Namen. Böse Zungen behaupten allerdings, dass es diese Sekundärbahn nie gab, und das ihre Strecke und die zuvor erwähnte angebliche Strecke nach Zepfenfeld ein und die selbe sind und irgendwo in den wilden Regionen hinter dem Bahnbetriebswerk eine Strecke in die andere übergeht. Also so etwa:
Das ist natürlich Verschwörungstheorie und infam. Ich weiß gar nicht, wie man auf solche Ideen kommen kann. Aber OK. Jetzt können wir weiter in die Unterwelt abtauchen.
Die Wendel hat also vier Gleise - zwei führen nach oben, zwei nach unten. Kurz vor dem unteren Ende bekommen die abwärts führenden Gleise eine doppelt so starke Steigung bzw. Gefälle und liegen damit nach einer letzten Windung genau eine Etage unter den aufwärts führenden Gleisen. Und überqueren von dort aus die ganze Anlagenbreite. Also so etwa:
Und weil gerade so schön viel Platz ist bilden sie auch schon einmal eine kleinere Abstellgruppe für kürzere Züge. Das Gleisbild ist hier nicht 100% korrekt, ich habe die Weichen dann doch noch etwas anders angeordnet. Die Fahrrichtung in diesem Teil ist also strikt von rechts nach links, wie auch der daran anschließende große Schattenbahnhof ausschließlich nur in einer Richtung befahren wird:
Bei der Entwicklung der Weichenstraßen für diesen Bahnhof habe ich sehr darauf geachtet, dass das Alles möglichst harmonisch wird, also keine wilden rechts/links-Kombinationen und derlei Scherze. Klar, die beiden Ausfahrgleise fädeln sich rechts wieder in die Gleiswendel ein und dann geht's wieder aufwärts.
Durch diesen Aufbau des Schattenbahnhofs: Beide hereinführenden Strecken können jedes Gleis erreichen und von jedem Gleis aus kann wahlfrei auf beide Strecken ausgefahren werden, ist es möglich, die ganze Bahn sowohl als Oval als auch als Hundeknochen zu betreiben. Ein kluger "Anlagenexperte" wetterte mal, dass der Hundeknochen das einzig realistische Konzept sei, denn ein Zug, der von A nach B fährt, kommt ja schließlich auch aus Richtung B zurück. Das mag sein. Ist nur blöd, wenn es sich um einen Zug mit offenen Güterwagen handelt, der genauso voll beladen zurück kommt, wie er los gefahren ist. Also hat beides seinen Sinn und man sollte sich nicht in Dogmen verrennen.
So, das war jetzt mal eine hoffentlich nicht zu lange Beschreibung der Anlage. Noch ein paar Zahlen: Die Grundfläche ist 4 x 0,8/1,2 m und ist von drei Seiten zugänglich. Wenn Sie mal fertig ist (wenn!), werden da runde 160 m Gleis und rund 100 Weichen liegen. Die Gleiswendel überwindet einen Höhenunterschied von etwas mehr als 60 cm und bei der Hauptstrecke sind mit Ausnahme des Gefälles der abwärtsführenden Gleise in der letzten Wicklung der Wendel maximal 2 % Steigung. Ein Zug mit maßstäblichen etwa 80 ... 90 km/h ist eine gute Viertelstunde unterwegs, um eine vollständige Runde zu drehen.
Also, in meiner Sturm- und Drangzeit hätte ich 4 x 0,8/1,2 m als Anlagenfläche als zu winzig betrachtet, um da etwas Gescheites drauf zu bauen, aber ich freue mich, dass ich eigentlich alles, was ich mir je auf und von einer MoBa gewünscht habe, unterbringen konnte, ohne, dass es allzu gekünstelt aussieht.
LG
Wolfgang