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Lichtwechsel für Wendezuglok

Materialien und Techniken
Posted by Helmut (helmut) on [PUBL_DATE]
Tipps & Co >> Materialien und Techniken

 
Umbau einer Digital-Lok zur Wendezug-Lok mit Lichtwechsel 3-fach Gelb und 2-fach Rot
Vorbemerkungen:
Es hat mich immer wieder schon geärgert, dass man zwar Wendezüge fahren kann, jedoch die Lokomotive nicht den Lichtwechsel beim Schieben (hinten rot) hinbekommt. Bekanntlich wird ja bei Decodern der Lichtausgang als negativ geschaltet und die Masse / blauer Draht als positiv genutzt. Dies heißt, dass LEDs über die Kathode geschaltet werden müssen und die Anode auf den blauen Draht muss.
Die bisherigen auf dem Markt befindlichen 3mm Duo-LEDs (z. B. Conrad) – die sich für so was ja hervorragend eignen würden – enthielten aber alle eine gemeinsame Kathode, also nicht für Digital geeignet – oder nur mit komplexer Inverterschaltung.
 
Durch Zufall bin ich nun auf eine neue 3mm Duo-LED mit gemeinsamer Anode gestoßen. Diese wird exklusiv (Stand Nov. 2007) vertrieben über:
 
Industrievertretung Schubert
Göttchenskamp 1
44581 Castrop-Rauxel
Tel.:     02305-545991
ebay-shop: future-light
 
Auf ebay wird sie mit Sofort-Kauf für 3 EUR (Stand Nov 2007) bzw. zum Bietpreis von 2 EUR angeboten. Diese eignet sich hervorragend für solche Umbauten
 
Umbau:
Ich werde versuchen, den Umbau so universell wie möglich zu beschreiben. Die Bilder stammen exemplarisch von einer Minitrix BR 120. Ich habe aber auch schon andere Loks umgebaut, dort funktioniert es ähnlich.
Die Lok sollte digitalisiert sein und der Lichtwechsel sollte funktionieren. Ich beschreibe den Umbau für eine Seite der Lokomotive, da ich selbst in festen Garnituren fahre. Es sollte aber auch möglich sein beim DCC-Betrieb das rote Licht über zusätzliche Funktionen (F2, F3) ansteuern zu können, wenn man einen beidseitigen Umbau vornimmt bzw. über Kreuz über den normalen Lichtschalter. Über die Vor- und Nachteile werde ich noch eingehen.
An der Seite, an der der Lichtwechsel eingebaut werden soll, wird das Birnchen entfernt und der Teil der Platine abgeschnitten, der das Birnchen mit der Platine verbindet. Die Duo-LED passt genau in die Bohrung des Birnchens, evtl. muss etwas aufgebohrt werden, jedoch minimal. Seitlich der Bohrung wird mit Isoband abgeklebt und einen Kurzschluss mit dem Gehäuseblock (= meistens eine Seite der Stromabnahme) zu verhindern.
Die LED wird mit passendem Vorwiderstand geliefert, dieser wird an den mittleren Pin (Anode) angelötet und an der anderen Seite des Widerstands wird das blaue Decoderkabel angelötet.
Nach entsprechendem Kürzen und Biegen (immer auf Kurzschluss achten) werden an den äußeren Pins das gelbe und das weiße Decoderkabel angelötet.
Jetzt sollte schon mal die Duo-LED mit dem Wechsel gelb/rot funktionieren. Bitte testen.
 
(Bild1: eingebaute Duo mit Vorwiderstand mit ausgefräster Platine und abgeklebtem Gehäuseblock, die Kupferlackdrähte sind schon für die SMD-LED) – sorry etwas unscharf
 

Jetzt muss um und über die Duo-LED alles mit schwarzem Iso-Band abgeklebt werden (u. U. auch zweilagig), um ein „Beleuchten“ der Führerkabine zu verhindern (sonst wird diese auch rot). Es darf nur noch nach vorne rausleuchten. Jetzt sollte man einen 3-fach Wechsel gelb / rot haben. Bitte wieder testen.

 

(Bild 2: abgeklebt, Licht kommt nur noch vorne – auf dem Bild links – raus)

 

Jetzt kommt die SMD-LED dran. Ich habe eine SMD 0603 in gelb benutzt (Reichelt 8 ct das Stück). Diese wird mit Kupferlackdraht versehen und parallel zum Schaltausgang für das gelbe Licht geklemmt. Auf Bild 1 sieht man ganz gut, wo ich angelötet habe. Polung beachten: Anode parallel zur Anode (zwischen Vorwiderstand und Duo-LED), Kathode an den „gelb-Eingang“ der Duo.

Bevor man nun diese einklebt, sollte man nochmals testen, ob sie sauber mitschaltet, wenn bei der Duo das gelbe Licht angeht. Jetzt baut man den Lichtleiter aus und knipst mutig das Teil ab, das ins obere Spitzenlicht reingeht. Der Lichtleiter wird wieder eingebaut (jetzt nur noch in die unteren beiden Lichter). In die obere Lichtbohrung wird nun von hinten die SMD 0603 eingeklebt – passt gut rein - und anschließend von der Gehäuse-Innenseite wieder mit schwarzem Iso-Band abgeklebt, sonst besteht die Gefahr, dass es rot durchschimmert.

Auf dem Bild wollte ich nicht mehr das Iso-Band entfernen, sonst hätte ich evtl. die SMD mit rausgerissen.

 

(Bild 3: gekürzter Lichtleiter – rechter Pfeil, eingeklebte und abgeklebte SMD – linker Pfeil)

 

 

Bevor man nun das Gehäuse aufsetzt, sollte man nochmals den Lichtwechsel abtesten. Das Gehäuse ist jetzt fest über die 2 Kupferlackdrähte mit dem Rest der Lok verbunden. Man sollte sie so lang lassen, damit man das Gehäuse problemlos abnehmen kann.
 
Nach dem Gehäuse aufsetzen sollte die Duo-LED die unteren beiden Spitzenlichter zwischen rot/gelb wechseln, während die SMD nur für das obere der 3-fach Gelb-Beleuchtung verantwortlich ist.
 
Andere Modelle:
Ich habe bereits auch ein Modell umgebaut, bei dem die Lampenhalterung seitlich sitzt. Hier muss man die Drähte der Duo-LED relativ knapp umbiegen, auch sollte man den Kanal in dem normalerweise das Lichtblech sitzt gut isolieren – Kurzschlussgefahr.
Bei der BR218 von Fleischmann z. B. wird man wohl den hinteren Bereich – wo normalerweise das Birnchen sitzt – etwas auffräsen müssen, da an der Duo die Drähte etwas seitlich weggehen, sonst Kurzschlussgefahr zum Gehäuseblock.
Bei Loks mit bereits vorhandener LED-Beleuchtung sollte man die vorhandene gelbe oder weiße problemlos gegen die Duo austauschen können (gelb dann benutzen) und rot separat verkabeln. Evtl. muss man den vorhandenen Vorwiderstand gegen den mitgelieferten austauschen. Hab ich aber auch noch nicht ausprobiert.
 
 
Ausblick und beidseitiger Umbau:
 
Ich habe zwar noch keinen beidseitigen Umbau vorgenommen, aber ich könnte mir hier 2 Varianten vorstellen:
Variante 1:    gelb / rot wird vorne und hinten über Kreuz geschaltet
   Vorteil:kein zusätzlicher Funktionsausgang erforderlich

   Nachteil: leuchtet dann immer invers, auch beim Schieben ist andere Seite dann (die zum Zug hin) wieder gelb, wenn man Ausschaltet, schaltet man alles aus

Variante 2:    der gelbe Lichtwechsel bleibt über die normale Funktion wie gehabt, das rot wird auf jeder Seite über eine zusätzliche Funktion geschaltet (F2 oder F3)
Vorteil:   jedes Licht ist separat zu schalten, gelb kann man ausschalten (über F) und jedes Rücklicht für jede Richtung ist separat zuschaltbar.
Nachteil: geht wohl bei DCC, jedoch nicht bei SX, ob´s mit Steuersoftware sauber umzuschalten geht, weiß ich nicht. Rotes Licht funktioniert nicht automatisch richtungsabhängig. Ob man das über Funktionsmapping hinbekommt, weiß ich nicht.
 
 
Nach Rückfrage bei Hr. Schubert soll es evtl. irgendwann mal eine weiss/rot-Duo geben, diese sei jedoch nicht so einfach zu produzieren, insofern kann hierüber keine Aussage getroffen werden. Währe natürlich auch noch ein netter Gag.
 
 
Fragen und Anregungen:
 
Für Fragen und Anregungen stehe ich gerne zur Verfügung. Bin auch an Euren Erfahrungen interessiert und ob die Anleitung verständlich war.
 
Marcus Busch
67549 Worms
Mail: Marcus at Busch-Worms.de

 

 

 

Last changed: 24.05.2009 at 12:04

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Kommentare

Tolle Idee von Gast am 12.11.2007 um 18:21
Den Einsatz von Duoleds zu diesem Zweck ist klasse.

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